William Fitzsimmons – Mission Bell

Also ich mag den Fitzi und er hat mich auch sehr gern glaub ich. Ich weiß noch wie er ganz allein, nur mit seiner Gitarre bewaffnet, ins B72 kam und Eva Umbauer ihn stundenlang interviewte, er mich hilfesuchend ansah und er dann doch noch Sekunden vor Einlass ins Mikrofon Husten durfte, quasi als Soundcheck. Oder wie ich über ihn am Hamburger Müssen Alle Mit Festival gestolpert bin oder damals am Sonnegger See in Kärnten. Als Fitzi ganz traurig auf der Bühne seine Lieder ins Mikro flüsterte hab ich mich ins Cateringzelt rein geschummelt, es gab Bier, Zirbinger und eine Akustikgitarre und alle grölten so laut Wonderwall dass Fitzis Bühnenmikro dies sogar noch auffing und er ein bisl grantig war. Das war ein schöner Sommer…

Fitzi schaut aus wie aus einer DMAX Sendung. Rauschebart, Karohemd von der Tankstelle, rustikales Beinkleid. Zuerst Bären jagen, dann Feuer machen, dann Blockhütte bauen, dann traurige Lieder schreiben. Und Fitzi hat ne Menge trauriger Lieder…

Voll DMAX, oder? Fotografiert hat der Herr Lainez

Als er sein aktuelles Album Mission Bell gemeinsam mit seinem Haberer bei sich zu Hause aufnahm gabs schon Stress mit der Dame seines Herzens. Nachdem alles fertig war eröffnet sie ihm dann dass sie die ganze Zeit mit eben diesem Haberer gebumst hat. Scheidung und so und Mission Bell war plötzlich Gift für sein Herz..

Nachdem das alles halbwegs verdaut war nahm er das Album nochmal neu auf mit einem Typen aus Nashville (Adam Landry hieß der, witzig, weil der ja praktisch „Wäscherei“ mit Nachnamen heißt) und Fitzi meinte es sei das Beste Album welches er je gemacht habe. Er war happy, Plattenfirma hatte eine tolle Geschichte zum Album, der Nashviller mit dem Wäschereinamen war auch happy.

Die Songs sind Fitzi typisch eher spärlich instrumentiert, ein paar Synths gluckern hier und da um die Ecke aber sonst steht seine Schmeichelstimme im Vordergrund die oft ganz allein uns bezirzt. Manchmal wird eine Violine gestreichelt und ab und an schummelt sich ein weiblicher Gesangspart in Fitzis Melancholie. Abby Gunderson heißt die Dame und stört fast die Intimität.

Für sein Album muss man sich Zeit nehmen und lauschen, es geht um Trennung, um Schmerz und um Aufarbeitung. Bernhard Eder hat mit seinem Post Breakup Coffee Album mal sowas ähnliches durchgemacht.

Doof wird halt sein wenn er die Trennung durch seine Songs jeden Abend auf der Bühne neu durchleben muss. Das Album hat er übrigens seiner Ex gewidmet. Ich wünsch ihm alles Gute und sie mag ich nicht!

So schaut dann sein Albumcover aus

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Kommando Elefant am Acoustic Lakeside Festival 2014 im schönen Kärnten

Wir präsentierten Das große Elefantenbuch im Rahmen einer Lesung am Acoustic Lakeside Festival in Kärnten. Ein Erlebnisaufsatz.

Wenn das beste Festival seit Woodstock bei uns anklingelt, dann kann man dem Ruf in den Süden nur folgen. Die unglaublich netten Jungkärntner vom Acoustic Lakeside brauchten noch g’schwind eine Vorband vor den Gösselsdorfer Blasmusikanten – und dachten da natürlich gleich mal an die Elefanten und ihr Buch.

Deshalb Wecker auf 5.30 Uhr gestellt und um sieben in der Früh gings mit dem Dacia tucker tucker Richtung Sittersdorf. Es schüttete wie aus Kübeln, Tempo 60 auf der Autobahn, hundemüde, das Navi kennt sich nicht aus – einfach ein perfekter Reisetag!

Angekommen, Hallo gesagt (sogar die Securities konnten sich noch an uns erinnern) und während The Fratellis aus Schottland ihr Zeug aufbauten, hockten wir uns mit unserem 13- Zoll-Laptop bewaffnet auf zwei Klappsessel, schnappten uns zwei Mikros und Gitarren und verkündeten den Glauben anhand unseres Buches der Bücher. Eben noch im See planschend hockte sich die Kärntner Campinggesellschaft auf Strohballen und lauschte unseren ergreifenden Worten. Einige viele lachten sogar und klatschen Beifall, weil wir so gut lesen konnten! Es war ein sehr sehr schön.

KE-lakeside
Um 13 Uhr waren wir auch schon wieder fertig und auf gings zum Bieranstich ins Backstagezelt. FM4 Susi, Turner Frank (in Kärnten wurde sogar ein eigener See nach dem Kerl benannt), diese Fratellis und unsere neuen Freunde The Elwins aus Kanada waren da. Die fanden alles “Awesome!”. Ihr M hatten sie leider daheim vergessen, dafür schickste Schnurrbärte sich wachsen lassen. Wir freundete uns sogleich heftig mit Mr. Moustache an. Das war sehr lustig für uns.

Acoustic Lakeside 2014_1024 - 122

Dann schickten uns die Veranstalter in Unterhosen in den See und wir sangen und sie filmten. Stunden später kam schon wieder wer und meinte, wir sollen beim Jack Daniels Schirm auch was spielen und da wir schon ein wenig beduselt waren, brachten wir dem Axl von :aexattack schnell das Gitarre spielen bei.

Hier ein musikalischer Eindrduck vom letzten Jahr:

Dann spielte auch schon der Frank und dann die Fratellis und die Weekender-Leute legten im Partyzelt auf und ein Nackerter hüpfte auf der Bühne rum. Irgendwann stand das Taxi vor der Tür und führte uns zum Wallerwirt, ins fernsehlose Zimmer, zum Heidi machen.

Rise and Shine on se next morning – es gab sogar noch Frühstück! FM4 Susi hackte abwechselnd auf ihr Frühstücksei und in ihren Laptop. Als sie mal aufs Klo ging und das Teil unbewacht liegen ließ, wollten wir schon ihre Story mit ein paar guten Witzen aufpimpen. Leider musste sie wohl nur Klein und kam zu rasch vom Klo retour. Die Elwins, auch beim Wallerwirt untergebracht, waren sehr erfreut uns bereits beim Frühstück zu treffen und wir verabredeten uns für den kommenden Mittwoch im B72. Und außerdem spielen wir bald ‘ne Kanada-Tour mit ihnen.

Dann war’s fad, dann kamen unsere lieben DAWAs und dann gab’s Wurstsalat und die Weekender-Leute zauberten eine Flasche Zirbenschnaps hervor, die wir mit dem I am Kloot-Typen leerten. Später konnte er auf der Bühne nur noch Müll labern und bezeichnete unsre liebe Susi als “Sick Fuck” – dieser ungehobelte Mistkerl aus Manchester!

Kurzfristig war’s wieder extremst fad, doch dann kam Fitzi (William Fitzsimmons)! Unser Lieblingsrauschebart, der sich outfitmässig sehr an MC Fitti orientiert, aber viel viel besser singen kann! Als er auf der Bühne seine zarten Waisen vortragen wollte, waren leider die ganzen Engländer im Backstagezelt schon dermaßen beschnapst, hatten eine Gitarre geklaut und spielten eine Oasis Hadern nach der anderen. Dabei grölten sie so laut, dass man Wonderwall bis auf die Bühne raufhörte. Zum Glück hat Fitzi das nicht mitbekommen, weil er so Kopfhörer in den Ohrwascheln hatte, und sang unbeirrt weiter. Maximo Park spielten dann auch noch, hauptsächlich Books From Boxes.

Später wieder die Weekender-Leute im Partyzelt ärgern – alles tanzte auf deren Bühne. Gemeinsam mit dem Taxler mussten wir dann noch den Alf und dessen Koffer gesucht. Zum Frühstück gab’s einen Ziegel Butter mit Forelle drauf, die Susi durfte im Dacia mitfahren, weil wir zu wenig Kohle fürs Benzin hatten, Wien hatte seine Sonnen wieder und das war’s mit dem Acoustic Lakeside für dieses Jahr.