Prodigy Touristen

Juhu, Prodigy haben ein neues Album. Und Victoria Beckham ist jetzt doch bei der Spice Girls Reunion dabei!

Soweit die News aus England.

Dabei ist das siebente Album mit dem Titel No Tourists gar nicht mal schlecht, auch der Name gefällt, Touristen sind halt einfach Scheiße. Aber vielleicht hat man sich an den Prodigy Sound gewöhnt, an die Kanten und Klingen, das Aufbrausende, das Ekstatische oder man ist schon so abgeklärt dass einen musikalisch nichts mehr schreckt.

Das Cover mit dem Bus

Es gab Prodigy Songs da fühlt man sich mittendrin in der größten Acid Party der Welt, schmeckt das grausliche Speed und den Staub in der Luft regelrecht auf der Zunge. Man will die ganze Nacht zu abgehackten Breakbeats tanzen, chemische Drogen nehmen, in der Früh irgendwie heimgondeln und Teletubbies schauen. Prodigy war immer sehr englisch, eigen, verschroben. Mr. Bean als verrückter, drogenverseuchter Technopunk.

Aber der aktuellen Longplayer plätschert nur so vor sich hin. Alles fett ausproduziert, zumindest jede zweite Nummer ist ein Knaller aber doch leider immer wieder nach dem Schema P (P wie Prodigy). Vocal Sample, ein Beat der sich David Guetta mäßig vor sich hin steigert bis zum orgiastisch und erlösenden Refrain oder zumindest das was Prodigy dafür hält. Aber leider kennen wir das schon von sechs anderen Alben.

Andy Cotterill hat hier auf den Auslöser gedrückt

Bei der ersten Single Auskoppelung NeedSome1 stammt das Vocal Sample von der ehemaligen Discoqueen Loleatta Holloway. Generell halten sich Maxim und Keith, die beiden Vokalmatadore von Prodigy, stets im Hintergrund was sehr schade ist. Und der Oberchef Liam wollte eigentlich ausbrechen aus vertrauten Gefilden, deshalb auch No Tourists als Titel. Ist leider nicht so recht geglückt.

 

 

Das Video zu NeedSome1, gedreht von Paco Raterta, besticht ebenso durch vertraute Bildsprache. Smack My Bitch Up, diesmal in Manila.

Prodigy ist leider immer mehr zu einer Tiefkühlpizza verkommen. Nicht schlecht aber auch nicht richtig geil. Und auf Festivals gibt’s leider TK-Pizzen im Überfluß. Und Prodigy als Headliner. Fast immer, zumindest einmal im Jahr. Vielleicht haben sie sich die Latte einfach zu hoch gelegt und sind nun selbst Touristen in ihrer eigenen Prodigy eigenen Klangwelt. Also quasi in die eigene Touristenfalle gestolpert.

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