Frittenbude – Rote Sonne

Juhu, die Frittingers haben mein neues Lieblingsalbum herausgebracht. Zeitlich total gut getimed, weil jetzt kommt ja der Frühling und für den ersten Radelausflug braucht man eh eine frische Playlist die die Nackerten und sonstige Frischluftfanatics auf der Donauinsel ordentlich beschallt.

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Das Cover von Rote Sonne, ein bisl unscharf leider

Frittenbude klingen immer nach Sommer und Festivalsaison, was ja sehr passend ist, schließlich wurde die Band ja 2006 im Auto auf dem Weg zum Pfingst-Open-Air im schönen Passau gegründet. Und irgendwie hört man das immer noch. Gute Laune mit Anspruch, Gutmenschen mit nem Bier in der Hand, Texte mit Sinn – ohne Zeigefinger dafür viel Mittelfinger. Das mag ich.

Nach ein paar obligatorischen Soloprojekten und einer gemeinsamen Nepal Reise haben sich die Jungs in ein Haus in die Songwritermetropole Uckermark zurückgezogen. Laut Wikipedia gibt’s dort eine historische Landschaft und sonst nix. Man kann dort eigentlich nur Whiskey trinken und Songs schreiben. Den Kofferraum voller Synthies, MIDI Kabel und ein paar Gitarren und herausgekommen ist das fünfte echte Frittenbude Album namens Rote Sonne.

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Links ist der Martin Steer, der Herr in Rosa ist Sänger Johannes Rögner und rechts erkennt man Jakob Häglsperger

Besonders schön und vorallem textlich interessant ist der Track Die Dunkelheit darf niemals siegen mit Jörkk Mechenbier von Love A. Und für die Single Süchtig wurde ein besoffenes Video produziert in Anlehnung an den Prodigy Videoklassiker Smack my bitch up. Auf die Texte zu achten zahlt sich bei Frittenbude jedenfalls wirklich aus. Und Kill Kill Kill ist einfach ein erstklassiger Opener. Herausgebracht hat das Album dankenswerterweise übrigens das Hamburger Audiolith Label.

 

Ein paar Instant-Hits sind drauf die einen sofort catchen, für ein paar Lieder braucht man etwas um reinzukippen aber was bleibt ist ein echt starkes Album das bei mir seit Wochen in heavy-rotation das Büro beschallt. Und einmal hat sogar wer gesagt ich soll lauter drehen – das passiert mir sonst nie!

Die Jungs packen sich und ihr Album ins Auto und fahren auf große Welttournee. In Österreich sind sie ab von 21.bis zum 23. März mit Shows im Flex am Donaukanal, im Salzburger Rockhaus und im PPC in Graz. Und wenn ich mich recht erinnere kommen sie in die Wiener Arena auch nochmal, irgendwann später. Und Ende August sind sie auf meinem Lieblingsfestival, dem Müssen Alle Mit Festival in Stade. Ein kleiner Reisetipp meinerseits zu guter Letzt.

 

 

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Betriebsausflug nach Hamburg

Betriebsausflug nach Hamburg, Business only!

Donnerstag: Hambursch – here we go again! Einmal im Jahr packen alle ihre St. Pauli-Zahnbürstel ins Gepäck und auf geht’s zu den Hanseaten, Businesstrip. Der Labelboss hatte sich den ersten Knüller gleich für die S-Bahn nach Schwechat ausgedacht als sein Cola Light explodierte und gleichzeitig mit der S-Bahn auch sein Trolley davonrollte, zum größten Vergnügen der ganzen S7. In Schwechat ging ein Traum in Erfüllung: Das Flughafenpub hatte geöffnet! Dass ich das noch erleben durfte, allein dafür hat sich der Trip gelohnt. Guinness lecker, die anderen bekamen verdorbenes Kilkenny.

Weiter geht’s, Flug überbucht, ein kleines Ottakringer mit Tomatensaft über den Wolken, Landung, auf ins Flughafenresti, Koffer schon vom Gepäckband weg weil zu lang gebechert.

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Nächste Herausforderung: Zug in die Stadt. Vorbei an Schlump und Hühnerhaufen geht’s zum Hauptbahnhof, U2 gibt’s wie in Wien und Irland, und schon sind wir in unserem R & B Quartier, neben dem Lokal Gloria und dem Klub der Olsen Brothers. Körperpflege und ab zum ersten Astra in ne Bar mit grünen Wänden. Mexikaner war leider aus… . Unser Labelaußenmitarbeiter aus Hamburg stieß dazu, Hallo Hallo, weiter zu Muttern, dort im Hinterzimmer abhängen und die Wände mit Pickerl tapezieren. Mexikaner war aus.

Dann wie immer zur Toast Bar auf den leckersten Gin Tonic der Stadt, dann noch irgendwas machen, keine Ahnung mehr, schummrig schummrig, und irgendwo gabs dann doch Mexikaner und eine Kotzperformance direkt am Tisch. Abmarsch nach Hause, der pervers große Fernseher in meinem Zimmer erzählte mir Gute Nacht Geschichten.

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Freitag: Kopfweh, Kaffee, Tablette, Fernsehnachmittag. Geschäftstermin mit unsrem Deutschland Promoter – ich bleib im Bett. Dann gehts auf Richtung Stadt, Futtern in der Apotheke bei der Sternschanze, die Tourischnitzelfalle schlechthin. Die Schanze war proppenvoll mit so Poltertypen und dann fand endlich auch unser aller Hausarzt aus Wien zu uns. Drum auf Richtung Toast Bar, Straßenparty vor dem Späti, ewiges Zusammenwarten, verdammte Gruppe. Doch dann – nach Stunden des Wartens setzt sich unser Tross in Bewegung. Er läuft und läuft – bis zum nächsten Späti! Dann Bankomat! Dann muss wer pissen (ich wahrscheinlich)! Noch mal Späti wegen Tschick! Irgendwer hat sich verlaufen! Stop beim grauslichen Pommeswirten! Und dann standen wir verloren vor der angesagtesten Karaoke Bar der Welt und der Ruf des Bettes wurde immer lauter. Übers Knust gings Richtung Heimat, der Fernseher erwartete uns schon.

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Samstag: Topfit erwacht und bevors ans Warten ging auf Richtung Hafen aufn Fischbrötchen. Am Programm stand das Müssen alle Mit Festival (Homepage) in Stade von unseren Hommies von Howdy Tapete Records.

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Hamburg war an diesem Tag bummvoll mit Flower Power Schlagertypen die alle wie die Bad Powells aussahen. Da war nämlich so ne riesen Schlagerparade was den Vorteil hatte, dass circa 4000 Klos in der Stadt aufgestellt waren. Am Hafen rumhängen, vom Strand Pauli rausgeworfen werden, dann zum vereinbarten Treffpunkt zu den Landungsbrücken marschiert. Doch U-Bahn gesperrt wegen den ganzen Helene Fischers, deshalb Spaziergang in die vermutete Richtung. Am neuen Treffpunkt Hauptbahnhof großes Wiedersehen, alle Rennen davon um Burger oder so was zu kaufen, 10 Züge brausen davon, im 11. sitzen wir.

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Wunderschönes Stade, Karten abgeholt, Picknick Decke ausgebreitet, Jever gabs auch. Egotronic spielten, Schrottgrenze und den Typen von Anajo haben wir leider verpasst. Käptn Peng und seine Tentakelhaberer waren auch nicht so das Wahre, bisi langweilig war alles. Keiner schmiss Dixies um, keiner zündete dem anderen die Haare an, alles überaus gesittet. Dann wurde es dunkler und Nada Surf waren endlich dran. Der Rasta-Bassist von denen hat seinen Basshäfen während der Show zamgehaut und fragte das Publikum nach einem „Screwdriver to fix this“ woraufhin der Merchertyp meinte man möge ihm doch endlich einen Wodka Orange servieren. Bester joke ever!

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Am Schluß spielten sie endlich Popular und wir durften mit dem Metronom-Zug heimfahren. Große Toilettenshow im Waggon, Kapitän Brüsse und das Barkassenimperium von den Glitscher-Sistern verursachten Bauchkrämpfe vor Lachen. Leider war das Bereitstellen von Alkohol im Metronom verboten, weswegen wir froh waren wieder Hamburger Boden untern den Füßen zu haben, wo genau das Gegenteil gilt.

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Kurze Verschnaufpause daheim und ab in ne Bar zu nem Festl wo der Veranstalter schon meinte wir sollen uns gefälligst benehmen, sozial verträglich agieren und auf keinen Fall die Hütte auf Links drehen. Der DJ war dann totaler Fan unserer Rauchwaren und spielte einen Wunsch nach dem Anderen, leider viel zu leise, hatte was von Silent Disco. Aber trotzdem fad, drum Heia. In der Nacht noch viel Action als der eine seine Pyjamahose anschurzte woraufhin der ihn behandelnde Arzt einen Panikanfall bekam und am Gang pennte.

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Sonntag: Während der Morgenzigarette am Erdgeschossbalkon rannte auf einmal der Gitarrist von den Fotos und der eine von Wir sind Helden an unsrer Ecke vorbei was total schräg war weil der erst vor zwei Wochen mit Boy im Wiener B72 gespielt hat. Der hats gar nicht gepackt, was ich da am Balkon blöd rumhock, hatte deutliche Fragezeichen über seinem Schädel. Ich sagte ihm dass ich da jetzt wohnen würde. Noch mehr Fragezeichen.

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Frühstücksbrunch im Gloria ala King of Queens, dann herzergreifende Abschiedsszenen und ab dafür zum Flughafen, diesmal ohne Klopause. Self-check-in klappte schon mal nicht, die Dame am Counter meinte Oh Fuck, Flieger ist voll, leider.

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Dann auf zum Gate, große Verwirrung, die Gruppe musste sich teilen, zwei mussten verweilen. Dafür durfte einer in der Business Class auf dicke Hose machen und Creme Brulee futtern während der Pöbel in den hinteren Reihen alte Mannerschnitten zum Essen bekam. Sitze waren doppelt vergeben, es herrschte Chaos. Außerdem haben sich fünf Kleinkinder zu einem Schreiwettkampf hinreißen lassen, von Start bis zur Landung inklusive Daddy ankotzen. Also quasi auch ein Creme Brüller.

Nach dem wohl schönsten Flug unseres Lebens landeten wir sicher in Wien, Gepäck war da, die Freunde nicht mehr. Wir machten das Beste draus und überlegten, wo wir am Abend ein Bierchen zwitschern könnten….

Bis nächstes Jahr, Hambursch!