Der Hautzi heiratet wen! Und Hip Hop Open war auch!

Das war wieder ein Wochenende!

Ganz früh schellte der Wecker, Kaffee geht über, die Küche schwimmt davon aber leider keine Zeit für den Fetzen, weil um acht in der Früh ging der Technikerexpress vom Gasometer aka Single-Silo mim Dan und dem kleinen Manuel nach Wiesen – zum Flip Flop Open.

Dort mal Frühstücken und diesmal ne fremde Küche mit Kaffee fluten. Den anderen beim arbeiten zuschauen. Blöde Witze machen, die Kathi sekkieren und als ich rausgeworfen wurde langsam zu meiner Bühne gedackelt. Dort mal den Bierkühlschrank auffüllen und DJ Platz aufbauen, aus einem wackeligen Red Bull Pult, nem abgeschnittenen Bühnenpodest und nem Ratschgurt. Rums Rums machte der Lautsprecher, waka waka die Plattenspieler – passt alles.

Denn zuerst gings mal los mit nem Rap Battle. „Is da Battle do, sog, is da Battle do??“ fragte so ein Typ mit Hose auf Halbmast, den Burgenland Security und der sagt drauf „Wos was i wie dein Haberer haast!“.

Beim Battle Bullshit Bingo hätt ich gewonnen, irgendwann wars dann aus und die restliche Zeit verbrachten wir damit die bsoffenen Teilnehmer aus dem Backstage wieder rauszuhauen. Denn es war Zeit für die richtigen Acts, die sich aber genauso anhörten. Der Mauli kam um Stunden zu spät, brachte ein Computerkastl mit, was er nicht zum spielen brachte und dann nur so verzerrtes Gesurre ausspuckte. Hauptsach phatter Sound, Alter. Odissee wurden von ihrer Agentur auf Odyssee gschickt und riefen dann irgendwann an dass sie jetzt eh schon in Wien sein und wo dieser Klub sei. Und ihre Instrumente hätten sie auch vergessen.

„Aalter, wo is mein Jacke??“

Alles irgendwie hingebastelt, Stress pur. Neonschwarz waren lustig, Kreiml und sein Ninjahaberer waren schon am Nachmittag bumtürlzu und als der Ansa endlich den Weg zur Bühne fand, war mein Job zwar noch nicht erledigt, aber mein Taxi nach Wien hupte schon wie wild. Hinterm Lenkrad ne putzige Lady.

Die armen Anderen durften in der Zwischenzeit das ganze Zeugs vom Sido über Nacht auf die Bühne zimmern.

Um drei in der Früh wieder daheim, Küche schwamm immer noch, doch schnell in die Heia weil Stunden danach stand schon das nächste obernaise Event am Programm: Der Hautzi heiratet. Ab nach Hütteldorf, dann links rüber, beim Ortsschild rauf, Feldwegal rumtuckern, durch Weidezäune und was weiß ich. Endlich dort, voll schön. Mit See und Fuud-Trucks und ner frozen joghurt Dirndl Lady und allem, was das Bobo-Herz begehrt. Vor uns spielte Onk Lou ins Nirwana der Hochzeitsgesellschaft, den um drei eröffnete der Bierstand und alle waren mit Bierchen beschäftigt. Dann die Zeremonie, in die wir mit unserem Nightliner-Dacia reinkrachten als wir Sprutz vom bescheuertsten Bahnhof der Welt abholten.

HautzHeiratetCollageWeb

Pünktlich zu Beginn unseres Sets fiel die Oma um, es kam die Allrad-Rettung und uns ereilte ein ähnliches Schicksal wie dem Onkel vor uns: Alle futterten – wir spielten. Feen tanzten vor unsren Augen, goldene Love Buchstaben waren in se air und die Braut hieß Julia.

Ja, dann gingen wir mal baden während die Blues Band spielte die partout nicht wollte das unser Martl mit ihnen rumjammt. Deshalb hat er ohne viel zu fragen, sein Verstärkerkastl dazugestellt und einfach beinhart mitgespielt, nur um kurz darauf von der Bühne zu fliegen und sich seine Martl-Birn am nächsten Baum anzutuschen.

Rocky Raccoon hat noch aufgelegt, der Neni Fuud-Truck gab uns komische Burger, tanzi tanzi, keine Ahnung mehr. Der Martl hat sich beim dancen den Miniskus oder irgendwas eingerissen und humpelte in der Gegend rum. Der arme Blues Band Schlagzeuger durfte uns dann alle heimkutschieren, weil der Schwager für den Shuttle Bus schon unterm Tisch schlief. Dann noch die geklaute Bierflasche im Stiegenhaus zerdeppert, mir alle Kluppen vom Gewand gepickt und ab auf die Couch. Schönes Wochenende war das!

NUF said!

Der Luisonaut ist wieder ausgerückt um die Musikwelt ein kleines bisschen professioneller zu gestalten. Diesmal gings zum neuen Urban Art Dumm & Bass Dings nach Wiesen, ins Burgenland, bekanntlich das schönste Fleckchen der nördlichen Hemisphäre abseits von Ottakring.

Der Chauffeur hieß Mr. Saugeil und vorher gings noch zu dem neuen Südbahnhof um
MC Gschirrspüla aus Boston abzuholen der grad aus Mannheim angetuckert kam und momentanst begann die Triester Straße mit Bostoner Kräuter einzudüfteln.

Ohne Carpass oder sonst was gings zum Crewparkplatz und dann rein in den Zugwaggon-Backstage von Wiesen, hübsch dekoriert mit Zirkusgirlanden, Aschenbecher und Rotweinhuhn aus dem Walsertal.

Meine 2nd Stage verbarg sich hinter einem Scheunentor in der Gastrohalle, im Backstage davor hübsche Sperrmüllmöbel und dazwischen eine goldene Schallplatte von den Doors die irgendwann weg war. Die Wiesener Reinigungsdamen trockneten ihre Putzfetzen dort und ständig rannten Dorfgendarmen in Galauniformen durch, blickten verwirrt in die verstrahlte Runde und gingen dann aufs Klo. Wenn die Gendamerie frei hatte kamen lustige Feuerwehrtypen vorbei.

Und dann gings schon los, 15 Acts hintereinander die ihre USB Sticks an die CD Player ansteckten und auf Start drückten. Nebel, LED Blinki Blinki, ein nicht endend wollender Strom eines Beat-Gewitters. Die Menge war begeistert. Die MCs setzten ihre Textbausteine aneinander, fragten die tanzende Meute obs ihnen gut geht und mich ob ich Papers hab.

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fotografiert von Dennis Bora für Warda

Es gab Acts die komplett hinüber waren, ein paar tranken nur Wasser, ein paar durften von deren Manager aus gar nichts saufen und ein paar hatten wohl grad ein Dutzend Vanillekrapfen verspeist weil ihr Gesicht noch voll Puderzucker war.

Um 6 in der Früh wars dann aus, es ging zur Frühstückspension Erdbeerenhof für ein kurzes Nachti Nachti. Im Kopf machte es weiterhin Bum Bum Bum, Itz Itz Itz.

Freitag dasselbe nur dass es schon früher los ging und später aus war. Am Samstag waren alle voll fertig und irgendwer hat in den Backstage gekotzt. Das Krankenhaus rief an ob wir wen vermissen weil sie hätten da eine Kandidatin ohne Handy die nur noch weiß dass sie in Wiesen war. Ihren Namen hatte sie blöderweise vergessen.

Irgendwie noch den Samstag rübergebogen und dann mit den adretten Ladys von der Polkadot Bar nach Wien retour. Die restliche Woche lief nur Metal daheim.

Wenn man von Liesing zu Fuß nach Wiesen geht braucht man übrigens ziemlich genau
9 Stunden.

Heimhymne

Paschepp-Heim-web

 

Strophe 1

Mein Herz gehört dem Paschepp Heim

Da geh ich aus – da geh ich ein

Alles erstrahlt tadellos rein

Im Paschepp Heim muss Ordnung sein

Strophe 2

Wir dienen treu dem Paschepp Heim

Wir tragen unsre Herzen rein

Sorgen sind nichtig und klein

Im Paschepp Heim – da möcht ich sein

Strophe 3

Komm tritt herein – ins Paschepp Heim

genieß mit uns ein Glaserl Wein

du fühlst dich gleich ganz wie daheim

ins Paschepp Heim – lad ich dich ein

Salzburger Festspiele mit 3 Feet Smaller

LuaLampe by Luis Pasching

Ich war mit ein paar von den 3 Feet Smallern unterwegs und wir hatten irgendeinen komischen Gig bei den Salzburger Festspielen. Jedenfalls hat der Bottle die Gasse nicht gfunden wo wir hinghören und wir sind ewig umatum getuckert und ich hab die Veranstalterin angerufen dass wir uns leider vebummelt haben.

Dann endlich doch gefunden, Theater Performance in irgendeinem Gastgarten. Alles schon am Laufen. Und als Pult gab es so ein Hoteleigenes All-in-One Mischpult mit integrierter Kaffeemaschine. Alles aus Messing. Keiner kennt sich aus. Es war alles viel zu leise und überhaupt voll bescheuert. Die Leut haben sich aufgeregt wegen Oasch und wegen Leise aber ich konnte nichts tun.

Daneben lagen so coole Neve-Channes Strips wie sie der Roman so hat, mit so seltsamen Multipin Anschluß und die Veranstalterin meinte ich solle die einfach während der Show dazuwischenfummeln was klarerweise nicht ging.

Dann hab ich den falschen Knopf gedrückt und aus dem Mischpult kam ne Tasse Kaffee raus.

Vietnam – Thailand 2015

Koh-Mak1-SchauckelVietnam – Thailand 27. November 2015 – 9. Jänner 2016

Ein paar einleitende Worte: Vietnam zu bereisen ist mitunter recht spannend und abenteuerlich, es wirkt ein wenig wie Thailand vor 20 Jahren. Man ist kaum auf Touristen eingestellt, wenige Leute sprechen Englisch, Speisekarten sind falsch übersetzt, die ruhigsten, idylischsten Orte werden durch unerträgliche Diskomusik zunichte gemacht, rigorose Bautätigkeit an allen Ecken und Enden.

Das Reisen ist bei weitem nicht so einfach wie in Thailand, man kann vielerorts eigentlich nur Privaties fragen ob sie nicht einen gegen ein paar Dong in der Gegend herumfahren. Es gibt zwei halböffentliche Buslinien die das Land durchfahren.

In manchen Gegenden wird man als Europäer bestaunt wie ein Außerirdischer. Und der Verkehr ist generell ein Wahnsinn, gefahren und gehupt wird immer und überall, Ampeln werden mehr als Ratschlag betrachtet. Dagegen wirkt Thailand in aller seiner bunten Verrücktheit direkt diszipliniert. Nur über den König darf man keine Witze machen…

Route:

Wien – Dubai – Saigon – Mui Ne – Can Tho – Phu Quoc – Saigon – Bangkok – Koh Mak – Koh Chang – Bangkok – Dubai – Wien

Kosten:

Flug: ca. 800 Euro mit Emirates

3x Inlandsflüge: 200 Euro (Vietnam Airlines und Jet Airwaves)

Hotel und Sonstiges: ca 900 Euro (Hotelbuchungen über Agoda.com)

 

Freitag 27. November 2015
Wien – Dubai

Endlich November! Endlich arschkalt und Schnee – Zeit sich zu Vertschüssen ins Winterquartier. Heuer nicht nur nach happy happy Thailand sondern nach Vietnam – dem Thailand von vor 20 Jahren. Eine Woche vorher alles fertig gepackt. Am Abreisetag waren alle unruhig, schlecht geschlafen, nervös irgendwie. Im Fernsehen war auch nix beruhigendes. Gegen vier kam dann die gestresste Niki vorbei auf nen Drink, 5 Minuten vor Abfahrt zur Landstraße auch Nadine. Nicole trinkt ihr letztes Heimatbier (Corona). Dann ises sechs und wir fahren zum Zug nach Schwechat. Treffen mit Eva die von ihrem Lover hingeshuttelt wurde. Einchecken, Flughafenpub, Gitarre darf auch mit fliegen und wird durch den Nacktscanner geschickt.

Heuer geben wir mal den Scheichpiloten aus den Emirates ne Chance. Erste Station: 5 Stunden nach Dubai. 4rer Bank für uns, Lachs oder Chicken, lecker Flugzeugfutter. Im Bordfernsehkastl lief Mission Impossible, eine traurige Amy-Doku und Big Bang Theory. Nicole sah sich nen Horror Film an und hielt den ganzen Flieger mit ihren Schreckensschreien wach. Doch dann: Futtterluken zu, Landeklappen raus und wir waren in Dubai. Dort wars fad und eng und die Sonne ging bereits auf. Den goldenen Lamborghini vom Vorjahr habens wohl auch verkauft, jedenfalls war der weg und der ganze Flughafen war irgendwie geschrumpft. Es gab ein Mordsgedränge von lauter Scheichs mit Schnurkas und Chinesen und alles voll und stressig. Der Oberscheich wird wohl ein böses Mail bekommen und das zurecht. Mit dem Zug und dem Aufzug gings zum anderen Terminal wo wir in die Giraffenbar eintricksten auf unendlich teure Nobelwässerchen aus Norwegen. Die Tante die die Flughafendurchsagen machte brüllte ständig irgendwas mit „Arschloch!“. Dann haben die beschlossen das Gate fast ne Stunde früher zu öffnen, alle waren noch am Klo, Stress ohne Grund. Mit komischen Talibanfranzosen im Bus zum Flieger. Dann wars fad. Ewig lang. Davor noch schnell das halbe Cola in die Sitztasche geschüttet wo schon Reste von meinem Tee pickten. Es gab Garnelen oder Chicken und nach einer Stunde entdeckte Luis dass es auch lecker Longdrinks gab zum Mixen – auf Kosten vom totalen Scheich! Sehr nett dieser Herr.

Flugzeugmenue1

Samstag 28. November 2015
Dubai – Ho Chi Min City: Sabah Saigon Boutique Hotel, 32€ pro DZ und Nacht inklusive Frühstücksbuffet

Dann ging irgendwie die Sonne unter und auf der anderen Seite wieder auf und nach 7,5 Stunden Landeanflug nach Ho Chi Min.

Wir mussten unterschreiben dass wir kein Ebola haben, warteten ewig bei der Visumskontrolle und dann spukte uns der Terminal in die Ho Chi Min Stadt aus. Heiss, Taxis, Gedränge, Blinki Blinki Lichter – geil. Für 11 Dollar Taxi zu unserem schicken Boutique Hotel im 1st District, gleich neben einem Ingressportal – geil. Einchecken, Zimmer anschauen, kurz Verschnaufen und auf in die Saigoner Nacht. Rum gelaufen auf der Suche nach Futter und Kokosnuss. In einem netten Straßenbeisl eingekehrt, Taxis fahren einen halb rein während man futtert. Der Wirt hat das ganze Essen von den Nachbarlokalen organisiert. Bier für 14.000 Dong – passt. Kömma uns leisten. Aufm Heimweg noch nen Supermarkt entdeckt, dem überaus interessierten Hotelsecurity demonstriert wie man professionell ne Tschick wutzelt während er aus seinem grünen Mistkübel Suppe trank.

Saigon1-Essen

Dann schnell ins Bett – Frühstück gibt’s nur bis 9.

Sonntag 29. November 2015
Ho Chi Min City (Saigon)

Geiles Frühstück! Lauter verrückter Scheiß, schwarze grausliche Wachteleier, Reis mit Shrimps, absurdes Gemüse, Hühnersuppe, Dragonfruit, grauslicher Kaffee, Eiertante die halbrohe Omeletts zauberte. Und alles im 9. Stock beim Pool, die Stadt zu den beflip-flopten Füßen. Großen Sightseeingplan geschmiedet und ohne gscheit zu wissen wohin losmarschiert. Es gab nen Park mit so Trommlern, Mopedparkplätze, so groß wie die Shopping City, und Unmengen Pfadfinder die unter harscher Anleitung Flaggenübungen übten.

Dann wollten wir in den Park mit dem Palast der Wiedervereinigung und wurden nicht eingelassen, wahrscheinlich wegen unserer westlichen Gesinnung. Um dies zu Entkräften wollten wir das Kriegsmuseum besichtigen wo Army Hubschrauber und Panzer die Gegend verzierten. Davor noch, in Unkenntnis der örtlichen Kokosnuss Tarife, vom Nussdealer böse abgezockt. 50.000 für eine Kokosnuss. Wir ärgerten uns wochenlang.

Das Museum machte grad Mittagspause, drum weiter ins Kaffeehaus mit nem gefesselten Papagei als Empfangsmann. Weiter zu einem kleinen Markt mit komischen Zeug und Einkehrschwung auf ne Suppe in so ne Garküche. Sehr lecker aber gefährlich. Nach ner Stunde retour zum Museum, in die Fotoausstellung. Relativ voll, es gab ein paar Waffen, Granaten und ganz grausliche Fotos. Ein GI hebt ein zerrissenes Kindertshirt auf. Bei näherer Betrachtung war das kein Shirt sondern das Kind selbst. Vietcongs die, an Panzer gekettet, zu Tode geschleift wurden. Das heftigste war ein Nachbau der Foltergefängnisse von Phu Quoc, unter anderem mit einer Erdprobe der Gegend mit Leichenteilen zwischen den Lehmschichten und Fotos der gebrandmarkten Überlebenden.

Saigon6-Hubschrauber

Sehr bedrückend, genug gesehen, nichts wie raus hier. Besuch der Kathedrale wo grad wer heiratete. Es begann zu regnen, deshalb auf zur schönen Post im Kolonialstil wo voll die Post abging weil alle nur schauten aber keiner nen Brief aufgab. Eva findet ein Multifunktionsblatt und ist sehr glücklich weil sie wegen des Regens einen Wet-Tshirt-Contest gewinnen würde. Und irgendwer brüllt ständig durch nen Lautsprecher etwas was wie „Wuppertal“ klang.

Bevors richtig losging noch flott in ein Restaurant eingekehrt und extrem lecker gespeist. Statt Teller gab es Bamubswaagen. Es begann erneut zu pritscheln und wir wurden überdacht. Sogar das Aquarium hatte ein Dach damit die Fische nicht nass werden.

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Inzwischen sind wir auch die vollen Chefs beim Straße überqueren. Elegant und anmutig schlängeln wir uns schon durch diese perverse Dichte an kreuz und quer fahrenden Mopeds, hupenden Bussen und Taxis die alles niederführen was nicht bei Drei auf der anderen Straßenseite sind.

Alle stehen sichs voll auf Weihnachten mit der absurdesten Deko und aus allen Lautsprechern plärrt Stille Nacht. Ein Mopedtyp hatte einen komplett geschmückten Weihnachtsbaum am Sozius. Das Moped hinter ihm fuhr ne Mischmaschin spazieren.

Zurück im Hotel ne Runde schwimmen über den bunten Dächern der Stadt. Wir wollten die Vietcong Tunnel besuchen aber der Rezeptionstyp drückte uns nen Flyer von „Luxury Tours“ in die Hand wo der Ausflug schier unerschwinglich war. Deshalb Plan B: Was trinken gehen. Rum marschiert und ne lustige Industrial Bar entdeckt, mit tätowiertem Kellner und Schraubenmuttern als Tischdekor. Das Klo war komplett schwarz angesprayt. Zum Bier gabs komischen Grüntee der ständig nachgeschenkt wurde. Daheim im Zimmer lief im Radio „Penetration Failure“.

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Montag 30. November 2015

Saigon 1st District

Während des Frühstücks eine andere Tunneltour entdeckt, für 600 anstatt 1100 Dong. Und sie beginnt erst um 13 Uhr! Drum ging sich noch der Marktbesuch aus der ziemlich stressig war. Ausbeute: Zwei Fächer und ein Weckerl vom Bäcker nebenan. Neuer Kokosnusskaufversuch: 20.000 Dong. Dann Richtung heim, in die Nebengasse neben unserem Hotel welche in der Nacht immer die Gehsteige aufrollte. Aber unter tags herrschte reges Treiben und wir fanden ne kleine Garküche wo wir mit Hilfe einer Schweinefüßefutternden Business-Lady Tintenfischgemüse bestellen konnten. Bananen waren gratis und versorgten uns die nächsten Tage.

Saigon3-Essen

Dann war auch schon der Luxury Tunnel Führer in der Rezeption und wir marschierten zu nem Minibus wo ein komischer Inder, ein Chinesenpäarchen und ein Ungar mit seiner Rumänin saß. Der Führer sprach sehr seltsames Englisch, es war schwierig im zu Folgen und zwischen schlechten Scherzen und Fakten zu unterscheiden.

Um ein wenig die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen biss sich Eva an einem Kaugummi einen halben Zahn aus. Dann besuchten wir noch eine komische Bilderwerkstatt. Und nach weiteren 45 Minuten waren wir bei den Cu Chi Tunnels gemeinsam mit einem halben Dutzend anderer Touritrupps. Wir marschierten durch den aufbereiteten Dschungel, sahen barbarische Bambusfallen, versteckte Ein- und Ausstiege, Rauchabzugssysteme und Belüftungsrohre aus Bambus, in Ameisenhaufen platziert. Eine Falle sah aus wie ein Mistkübel aus Eisen, „Vietnam Souvenir“ genannt. Einmal gefangen konnte man das Teil nur im Spital vom Körper entfernen und hat dann ein schönes Andenken. Anschließend folgte ein abrupter Themenwechsel – wie man Reispapier für Frühlingsrollen herstellt.

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Und dann gings in die Tunnel. Bereits für blade Amitouris verbreitet (im Original 60cm breit, 90cm hoch) war es doch unglaublich beklemmend und angst einflößend aber sehenswert. Dann gabs noch Süßkartoffeln die wie Maroni schmeckten. Und zum Abschluss ein schwarzweißer Progapangafilm über das lustige Soldatenleben und ein heroisches Schulmädchen welches 2 Panzer und 18 Gis erledigte und dafür irgendeine tolle Heldenmedaille erhielt.

Neben dem gift-shop war eine shooting range wo man für 40.000 Dong pro Schuss mit ner festgeschraubten Kalaschnikow ballern konnte. Danke, nein. Der Führer schien recht enthusiastisch über die Kriegsgeschehnisse zu sein und pries überschwänglich die Vorzüge des Kommunismus.

Es folgte die Rückfahrt im Bus. Je näher man Saigon kam umso stärker wurde die Mopeddichte, untermalt von ungezähmten Hupen aus allen Richtungen. Wir beobachteten einen Polizisten der ein Moped kontrollierte ob eh seine Tröte funktioniert.

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Retour im Hotel folgte eine schnelle Runde im kalten Pool, gefolgt von schrägen Verhandlungen an der Rezeption wo sich der nächste Zahnarzt befindet. „How much money do you have“ war die entscheidende Frage.

Für die Weiterfahrt buchten wir nen Bus nach Mui Ne, für 350 Dong pro Nase. Pick up und Rauswurf am jeweiligen Hotel inklusive. Abfahrt am Folgetag um 15.30.

Nachdem die zahnärztliche Auskunft des wenig vertrauen erweckenden Rezeptionisten genau nix gebracht hat, marschierten wir zur Khao San Road von Saigon – auf die Pham Ngu Lao ums Eck. Nicht annähernd so cool wie die Khao San von Bangkok aber: Es gibt nen Zahnarzt! Für 700 Dong wurde Evas Zahn repariert. Ärztlicher Rat der Ärztin: „Maybe don´t eat so hard“ – alle waren glücklich und wir gingen futtern und Bier trinken.

Nach der Rückkehr im Hotel noch der Versuch einer Umbuchung unseres Buses auf den früheren um 8 Uhr früh. Wir sollen am nächsten Tag um 7 Uhr nochmal vorbeischauen um zu klären ob das klappt. Na toll…

Dienstag 1. Dezember 2015
30 Grad im Schatten

Ho Che Min City – Phan Tiet – Mui Ne

Bus für 350.000 Dong pro Nase

Taxi von Phan Tiet – Mui Ne 230.00 Dong für alle

Hotel Mang Hon Rom Sunlight für 14 Euro pro Nacht und Nase inkl. Frühstück

Wecker um 6, flotte Dusche und Frühstück und Besprechung mit der Rezeption. Es klappt, der Bus holt uns in 20 Minuten ab. Fuck. Alles in den Koffer stopfen, Schlüssel suchen und mit dem Taxi gings zum Liegewagenbus. Zwei Reihen an Menschen, übereinander gestapelt. So richtig geil war das nicht… Dem Fahrer unsere Hoteladresse gezeigt welches wir am Vortag für Mui Ne gebucht haben. Kennt er, passt alles.

Saigon5-Strasse

Die Fahrt dauerte 5 Stunden, an Schlaf war kaum zu denken durch die Hupeskapaden unseres Fahrers. Im Bus lagen neben deutschen Touris auch ein Haufen Einheimische, die teilweise in Pyamas rumlagen und grausliches Essen futterten.

Entlang an unzähligen, neu erbauten kitschigen Kirchen, einem riesigem Weihnachtsbaum, gebaut aus Baugerüsten und Planen und einer Hochzeit beschloss der Fahrer dass in Phan Tiet Endstation ist und schmiss uns gemeinsam mit allen anderen Touris vor die wartenden Taxis und Mopedtypen.

Mit dem Taxi gings per Taxometer zu unserem Ressort. Während ich einchecken musste wurden die Mädels mit dem Taxi noch 5 Meter zur Empfangsdame mit unverständlichem Englisch gefahren damit sie nicht so weit gehen müssen.

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Das Ressort war an sich ganz nett, das rausgerissene Antennenkabel vom Fernseher winkte mir zur Begrüßung. Von den im Reiseführer angekündigten Russen war wenig zu sehen, eine Familie futterte Muscheln die sie im Supermarkt gekauft hatten und sich hier zubereiten ließen. Davon inspiriert wollten wir auch was bestellen was sich als schier unlösbares Problem herausstellte. Wir waren die einzigen Gäste im Restaurant. Von vier Getränken schaffte es eines nicht. Nicoles Suppe war ein Nudelhaufen mit Shrimps die mir, trotz Nachfrage, als mein Seafood Mix serviert wurde. Dafür war der besagte Seafood Mix ein kalter Salat der ewig nicht daherkam. Und Nadines Calamari Salat war ein Käse-Gemüseberg ohne Calamari.

Beim Bezahlen erklärte uns der Kellner dass der hoteleigenen Calamari Salat keine Calamari enthält. Der zweite herbeigezogenen Kellner meinte es wäre ein Calamari drin gewesen, „a small one, maybe you didn´t see“. Kohle wollten sie freilich für den teuren Salat. Nach einer gefühlten Ewigkeit und Diskussionen mit insgesamt vier Kellnern kam dann die Köchen und bestätigte dass das kein Calamari Salat gewesen sei. Es gäbe ja auch nur Calamari ODER Salat ODER Sauce Tartar. Alles klar, good start.

Wir waren angfressen, gingen schwimmen ins trübe, aber trotzdem wunderschöne Meer. Eva und Luis spazierten den Strand entlang und am Heimweg im Badeanzug über die Hauptstraße entdeckten wir genau ein Restaurant in dem Licht brannte und in dem es was zu Essen gab. Wir versprachen später wiederzukommen. In den Zimmern herrschte ein Mangel an Handtüchern und Klopapier. Da die Rezeptionsdame kein Wort Englisch verstand erfolgte eine pantomimische Darstellung des Wortes Klopapier.

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Als es dämmerte (gegen halb fünf) marschierten wir die Straße entlang auf der Suche nach Alternativen. Leider alles zu oder die Leut dösten nur vor sich hin oder es gab nix zu essen. Die örtliche Krankenstation sah auch wenig vertrauenerweckend aus – besser doch auf die Zähne aufpassen dass nix mehr passiert.

Also wurde es schlussendlich doch der Typ von vorhin der sich echt nen Haxen aus freute als wir wieder auftauchte. Er öffnete ne Flasche Wein, stieß mit uns an während seine Tochter und Frau in der Küche für uns schufteten und er auf youtube Russendisko auflegte.

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Das Essen war ausgesprochen lecker und umfangreich, er spendierte noch Erdnüsse und Dragonfruit und die Hälfte blieb über. Dafür grinste er übers ganze Gesicht umso herzlicher uns pries sich als wissender Touriguide an mit nem Auto mit dem er uns herumführen konnte.

Wir marschierten gesättigt ins Hotel zurück, hingen noch am Meer ab. Cocktailbestellung scheiterte in der Hotelbar, leider, sämtliche Zutaten für egal welchen Cocktail wären leider aus….

Die Babygitarre kam zum ersten romantischen Einsatz und gegen 10 gingen wir in die Heia.

Mittwoch 2. Dezember 2015

Mui Ne – Hon Rom Sunlight Ressort

Flavour of Love in der Nacht noch geschaut und von Hoopz geträumt die mittlerweile verheiratet war. Musste auch bei einer Veranstaltung arbeiten und vergaß leider sowohl auf Soundcheck als auch aufs Mischen.

Gegen Acht marschierten wir zum Frühstück, durften uns etwas warmes zum Essen Aussuchen. Saftautomat leider kaputt, die Haltbar-Milch war leider schon ne Faltbar-Milch, dafür klappte der Rest und wir mussten keinen Calamari Salat zahlen den wir nicht hatten.

Eine Runde im Meer, dann Abmarsch zum Strandspaziergang. Rege Bautätigkeit, Hunde Wettrennen und ein Haufen halbverhungerter Kühe marschierte mit uns den Strand entlang. Dazwischen lagen Unmengen toter Krabben, undefinierbare Urzeitviecha und Muscheln herum die von der örtlichen Fischindustrie gleich aufgesammelt und verwertet wurden. Eine Schaukel entdeckt. Sonst wenig Highlights, keine Bob Marley Strandbar wie sehnlichst erhofft.

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Heute steht Chillen am Programm. Altes Profil lesen, Tagebuch schreiben. Gegen Abend Abmarsch zu unsrem Haberer der die anderen Gäste links liegen lies als er uns kommen sah. Die müssten ewig aufs Zahlen warten weil er lieber uns irgendwelche Gschichteln erzählte weil er so happy war. „My heart was sleeping. When i see you it wake up“. Wir buchten die von ihm beworbene Tour nach Ve Tham Quan ohne recht zu wissen worums da geht. Versuch eines Biererwerbes scheiterte an sämtlichen Lokalen. Deshalb retour ins Hotel und Angriff auf den armen einsamen Barbuben der hinter seiner Budel immer kleiner wurde als er uns sah. Wir bestellten drei Mojitos und schlossen Wetten ab ob das klappt. Zuerst rannte er gleich mal weg und holte Verstärkung. Dann kam wer mit nem Kübel Minze. Dann kam wer anderer mit ner Flasche Älk. Dann kam der Zusammenmixkoordinator. Und voilà – nach 15 Minuten standen drei trinkbare Mojitos auf unserem Tisch! Wir waren baff.

Bei unsrem Wirten aßen Hotpot mit Fisch – sehr lecker. Zurück im Hotel kurzes Zwischentief während der weiteren Urlaubsplanung da reisen halt doch nicht so leicht ist wie erhofft. Lösung gefunden, alle gehen um 11 schlafen. Diesmal ohne Klima zu Beginn – und siehe da: Eine Nacht ohne zwei durchgeschwitzte Leibal.

Donnerstag 3. Dezember 2015

Mui Ne – Hon Rom Sunlight Ressort

Wecker läutet früher als daheim. Auf zum Frühstück. Schön langsam ham die Hoteltypen gecheckt dass wir nette Russen sein müssen und sind plötzlich wirklich aufmerksam. Sogar Nudeln mit Squid gabs. Einschmieren, Schuhe anziehen, auf zu dem Typen nebenan. Der hat am Vortag extra noch sein Auto für uns gewaschen. Sein Fahrer lud Wasser und Mohnkekse für uns ein. Und dann gings los. Während der Fahrt viel Gelaber aber auch viel Wissenswertes.

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Nach einer Stunde Fahrt Ankunft am Zielort. Der Chef blieb mit seinem Fahrer im Restaurant während wir Tickets kauften. Mit einer Doppelmayer Seilbahn gings dann nen Berg rauf. Wir liefen den alten Chinesen hinterher und die führten uns zu total schönen (chinesischen?) Pagoden, Buddha Statuen, kleine Tempel, Tigerstatuen, Pfaue, Hakenkreuze. Wunderschön und sehr überraschend. Dann erklommen wir 1000 Stiegen und standen irgendwann vor einem unermesslich großem liegenden weißen Buddha. Die Mönche waren angeblich alle auf Urlaub in Malle, drum war grad überhaupt nichts los was sehr angenehm war.

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Nach 2 Stunden und ein paar Souvenirs reicher fuhren wir wieder runter und entdeckten den Chef mit seinem Fahrer. Auf der Heimfahrt zeigte er uns Videos von seinem Haus und von seiner sterbenden Mutter. Ein ziemliches Stimmungstief. Alle waren müd, sogar er, drum nix mit Weinhauerei-Besichtigung sondern gleich nach Hause.

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Der Strand von Mui Ne ist über und über von Beifang bedeckt was das Reingehen ins Meer ein wenig abenteuerlich gestaltet. Urzeitliche Seeschlangen, Kugelfisch, Seeigel, Amphibien aus der Kreidezeit, Computerfischen, Muscheln in allen nur möglichen Farben und Formen. Dazwischen die lokale Fischindustrie die alles brauchbare aufklaubt, in einen Trog Wasser wirft und den Touris zum Kauf an anbieten. Der Ort wird vorwiegend von einheimischen Urlaubern am Wochenende bevölkert die mit Jeans ins Wasser rennen und dann Selfies machen. Ein paar Russen mit schicken Armani Tattoos hängen auch rum.

Die östliche Seite des Strand ist in fester Hand von Fischern in ihren Nussschalen, es stinkt ein wenig und man muss sehr darauf achten wo man hintritt. Dazwischen rennen Kuhherden herum, kacken mit angewidertem Blick in den Sand und fressen Krabben.

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Die halb verfallenen Ressorts, die den Strand umzäunen, wirken alle ausgestorben und verlassen, bewacht von Flaffis und alternden Securitys.

Bei einem Strandspaziergang entdeckten wir gleich ums Eck alte Damen mit leckeren Muscheln und allerhand anderem Zeugs. Wir ärgerten uns ein wenig dass wir zu unsrem Freund Essen gehen mussten.

Die Stimmung dort beim Abendessen war ein wenig gedrückt, der Chefe rannte draußen allein, rauchend umher und dachte wohl an seine Mama. Die Müllmänner kamen auch wieder pünktlich.

Chefe fragte ob wir den Dünnenausflug am folgenden Morgen machen wollten und wir willigten ein. Abfahrt: 5 Uhr morgens. Deshalb Nachti Nachti.

Freitag 4. Dezember 2015

Mui Ne

4.15 läutet der Wecker. Stockdunkel, Meeresrauschen, Sternenhimmel. Abmarsch zum finsteren Beisl unseres Freundes der ein wenig verschlafen hat. Langsam dämmerte es und wir fuhren die Küste entlang. Beinah angekommen wurde vor Ort die Straße neu asphaltiert. Der Fahrer vom Chefe wählte eine Route quer durch die Baustelle und machte ein Rohr kaputt weshalb die zähneputzende Baustellenfamilie auszuckte und Geld forderte. Einer rauchte Bong.

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Weitermarsch, von Flaffis empfangen, zu den örtlichen Quad Dealern. Nicole und Luis marschierten auf gut Glück die Sandhügeln hinauf, Schwesta Eva und Nadine holten sich nen Quadboy und preschten davon. Hügeln hinab rennen, ein Herz in den Sand zeichnen, den vermutenden Sonnenaufgang hinter dem wolkenverhangenen Himmel genießen.

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Treffpunkt im Dünnenbeisl wo Chefe Kaffee und Tee bestellte und über den Zusammenhang von Potenz und Verzehr von Reis philosophierte. Rückfahrt in seinem Toyota zum Hotel und auf zum Frühstück.

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Der Kellnernachwuchs hatte wohl einen Englisch Crashkurs. „May i help you?“, „Enjoy your meal“ – vor Tagen noch völlig undenkbar. Die Vokabel „toilet paper“ kommt wohl erst in der nächsten Stunde. Je länger wir weilen umso professioneller wird alles. Ausgedruckte Rechnung auf Papier! Das Ende der schwankenden Bierpreise! Sogar der Zaun wird fertig gebaut damit nicht ständig besoffenen Russen auf den Strand runterplumpsen. Mit Zement und so. Wahnsinn. Die dekorative leere Bierflasche auf der Bank vor unserem Zimmer war nach drei Tagen auch plötzlich weg.

Nachmittag stand wieder Entspannung am Programm und nachdem sogar die schnarchende Masseuse von ihren eigenen Entspannungsmethoden erwacht war durfte sich sogar die Schwesta massieren lassen. Schnarchi im Zimmer, Profil und Zeit lesen, schwimmen, spazieren, am 1030 Lied weiterschreiben.

Abends ein letzter Gang bei unserem Freund, der ein Unidiplom in Fisting hat wie er uns erklärte. Seine Speisekarte hätten wir dann durch. Er hat für uns den Bus nach Can Tho über Ho Chi Min gecheckt, für weniger als die Hälfte vom Hinfahrtspreis. „I told them you stay at my hotel. Room 204!! Hahahaha, 204!!! Hahaha, but pssssst..“. Alles klar. Ausflug zum Supermarkt für Wasser, gekauft wurde Tigerbier, Räucherstäbchen, diesen komischen Melonendrink und seltsame Zigarettensorten. Aufs Wasser hamma vergessen…

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Im Hotel noch kurzes Sit-In am Meeresbusen. Mojito Bestellung – 5 Mann Besatzung. Ganz stolz war die kleine Kellnerin als diese uns mundeten, sie sprang fast vor Freude als wir bejahten und erzählte es begeistert der restlichen Kellnerschar. Es war Freitag Nacht – High Season! Drum wurde kurz vor 10 das Licht gelöscht, es war ja schließlich Wochenende.

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Alles Russen waren weg, Personal Feierabend weil friday-night. Wir waren allein. Nachtruhe um viertel Zwölf.

Samstag 5. Dezember 2015

Mui Ne – Ho Chi Min City – Can Tho

Georg Gecko ist über Nacht gestorben und lag anklagend vor unserer Tür. Beim Frühstück war der Reiskoch leider noch nicht da, drum gabs nur die halbe Karte, dafür trockene cake of day für alle.

Ein letztes Tempi im Wasser, packen. Um halb zwölf stand die Rezeptionstante vor unserer Tür, wollte dass wir auschecken da unser Bus gleich käme… Großes Fragezeichen im Rezepeptionistinnenkopf als wir meinten wir bräuchten ihren Bus nicht da unser Freund nebenan einen gebucht hätte. Verwirrtes Rumgefunke, mein schönes hinterlassenes Netzleiberl wurde mir zusammengelegt wieder ausgehändigt. Noch 20 Dong fürs Minibar-Wasser gelöhnt und dann stand plötzlich der Fahrer unseres Freundes da und meinte der Bus wäre da. 90 Minuten zu früh. Arme Rezeptionistin die wir total missverstanden hatten.

Dann begann Expedition Busfahren. Zuerst mit dem Zubringer in die nächste Stadt. Dann mit Liegewagenbus sechs Stunden nach Ho Chi Minh. Als wir fast am Einschlafen waren entschied sich der Fahrer stilsicher für LED Diskobeleuchtung und tolle vietnamesische Comedy Show auf voller Lautstärke. Am Pannenstreifen wurde gehalten damit alle in die Büsche pissen können. Die Mopeddichte wurde dichter, das Gehupe lauter. Kein Zweifel – Ho Chi Minh kam immer näher. Ein fahrender chinesischer Schrein. Ein Clown mit Lautsprechermoped. Mitten im Getümmel wurden wir auf die Straße gespült – gegenüber der Zentrale von Futa Bus. Leider fuhr unserer von ganz woanders ab – deshalb mit Taxi für 50 Dong zur anderen Station wo wir die Karten kaufen durften. Dann wieder eine Stunde früher als uns gesagt wurde mit einem Minibus zu einem größeren Minibus. Mit dem zu ner Busstation wo ein paar Einheimische mit den Futa-Typen für uns stritten in welchen Bus wir durften.

Can-Tho10-Hotel

Alles geklappt, Abfahrt, diesmal normaler Sitzbus. Futawasser gabs auch wieder. Futabus ist unsre neue Lieblingsbuslinie, besser als Tam Hanh Travel bei der Hinfahrt. Pünktliche Abfahrt, pünktliche Ankunft, Wlan, grüne Decken zum Zudecken falls wem bei 12 Grad im Bus frieren sollte, eigenen Raststationen… Auf dieser gabs ein Klo mit netten Hundebildern übern Pissoir und lauter seltsames Essenszeugs. Wir waren total hungrig und kauften irgendwas, Luis ein Blatt mit undefinierbarem drin. Reisgatsch mit Wachteleiern und Faschierten oder so. Aber sehr lecker.

Klofliesenhund

Gegen halb Zwölf endlich die Endstation. Nach einer kurzen Taxidiskussion fuhr uns der Typ zu dem bereits geschlossenen Hostel wo nach wiederholtem Gepumpere die Oma im Pyama öffnete, uns unsre Schlüssel aushändigte und wir endlich erschöpft ins Bett fallen durften.

Sonntag 6. Dezember 2015

Can Tho – An Binh Hotel

Frühes Erwachen wegen der Aufregung! Luis spaziert in der Gegend rum, entdeckt poppelnden Frisör, Hochzeitsgesellschaft mit JBL PA mit 0,4mm Kabeldurchmesser. Die Umgebung hier ist sehr real, ärmlich, einfach. Eine Oma saß auf der Straße und verkaufte ungekühlten Fischkopp. Versuch ein Cafehaus zu finden scheiterte, am nähesten dran war ein Busfahrertreffen wo aber auf der Theke dann nur Castrol Motoröl stand.

Gegenüber von unsrem An Binh Hotel steht die An Binh Kirche wo grad ne Messe war. Sonntag war ja auch, also rein gesetzt und den Ablauf verfolgt. Peavey Diskoanlage, Kinderchor, Flachbildschirme wo die Liedtexte abliefen, blinkende LED Lichter. Der Beichtstuhl war einfach ein Brett am Gang mit Löchern drin.

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Rückkehr zum Hotel wo allgemeines Erwachen stattfand. Frühstücken, Pläne schmieden, der Juniorchefbub feierte eine laute Grillparty mit seinen Haberern. Wir gingen spazieren auf der Suche nach einem Taxi und wurden wie Aliens bestaunt. Das Hotel rief dann nen Taxichefe der gleichmal verkehrt abbog und uns über die Hauptstraße mit ein paar Ehrenrunden für 230.000 Dong im Zentrum ablieferte. Wir besuchten die Strandpromenade und den Ho Chi Minh der dort riesengroß rumstand und uns den Weg deutete. Wir waren ausgesprochen hungrig und während der Nachtmarkt schön langsam seine Tore erbaute fanden wir ein nettes Lokal mit dem besten Essen und den leckersten Shakes der Welt. Vorspeise, Hauptspeise, zwei Shakes, Joghurt mit Erdbeeren: 4 Euro.

Über den Nightmarket der nur Fetzenschrott verkaufte zur Hafenpromenade mit integriertem grünen gratis Fitnessgeräten. Ein kleines Mädel wollte von uns adoptiert werden und war ganz fasziniert vom Zigarettenwutzeln – so wie alle eigentlich. Nen grünen Kuli wollte sie trotzdem nicht. Am Nachbarmarkt gabs verrücktes Essen und nachdem die Mädels vom Shoppen retour waren, fuhren wir mit dem Taxi heim. Diesmal Verarschungshinderungstaktik mit Google Maps. Der Taxler fragte mich öfters nach dem Weg.

Dann noch eine Gute Nacht Besprechung im Hotelrestaurant direkt am Wasser. Der Bubichef soff immer noch und war schon recht im Öl und total begeistert dass wir mit nem Feuerzeug das Bier öffnen können. Dann Schlafenszeit um 10 da wir ja für den nächsten Tag die große Bootstour gebucht haben.

Montag 7. Dezember 2015

Can Tho – An Binh Hotel

Tagwache 5 Uhr 30. Zähne schrubben, Foto vom Yoga Typen ins Bad hängen, runter zum Hotelsteg. Zwei kleine Holzboote warten bereits auf uns. Die hübsche Hoteloma brachte lecker Omelett mit Kaffee und Wasser – Frühstück am Boot während wir zaghaft los tuckerten zum ersten schwimmenden Markt ums Eck, Cai Rang hieß der.

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Die Sonne ging langsam auf und zwischen Dutzenden anderen Touribooten wurden Melonen, Ananas, Kokosnüsse, Pomelos und allerhand anderes Gemüse feilgeboten. Die Boote hatten auf ihren Masten die jeweiligen Früchte gehisst – quasi als Verkaufsschild. Wir bekamen frisch aufgeschnittene Ananas. Es gab ein Baguetteboot, ein Kaffeboot, und ein Brillenboot. Dann Zwischenstopp bei der Tanke auf drei Wasserflaschen voll Benzin.

Weiter gings, wieder am Hotel vorbei, zum zweiten Markt namens Phong Dien der circa eine Stunde Bootsfahrt entfernt schwamm. Diesmal frische Pomelos für uns. Der Fahrer war total lieb und plauderte ein wenig. Bei der Rückfahrt wurde links abgebogen in kleine Kanäle wo uns das Baggerboot entgegenschwam. Die waren voll stolz weil ich ihren schönen Bagger ablichtete. Die Leute sind wirklich sehr sehr arm, wohnen direkt am Fluss mit Plumpsklo, Fernseher und Seerosen Plantagen aus denen diese „Stroh“-hüte gebastelt werden die die Mädels grad am Kopf trugen.

Can-Tho4-Schwimmender-Markt

Dann kurzer Stopp für einen Landausflug, ein schmaler Pfad führte den Kanal entlang. Balanceakt über Bambussteg. Der Weg führte vorbei an allerhand Pflanzen und rustikalen Hütten, wie der abgefuckteste Zaubergarten der Welt. Auf jedem Strauch, auf jedem Baum wuchsen die abenteuerlichsten Früchte. Noch ein paar Meter und wir standen an einem ausladenden Reisfeld in saftigstem Grün.

Can-Tho8-Reisfeld

Wieder retour aufs Boot, Kanäle entlang, angeketteter Baumaffe, Fischer die vor Freude in den Fluss sprangen, Enten, Schwäne, hüpfende Flussfische. Zwischenhalt beim Dschungelbeisl mit leckerem Futter. Zimmer hätte man sich auch mieten können, die erinnerten aber eher ans Gefängnis.

Wir fuhren weiter, kamen wieder auf den Hauptarm des Flusses wo so Vietcong-Tunnelbau-Schiffe tuckerten die so voll mit Erde waren dass das ganze Teil halb unterging. Schön wars, gutes Trinkgeld für den netten Guide der sichtlich Spaß mit uns hatte.

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Der Guide ging schlafen, wir waren auch voll fertig. Während die Mädels kollektiv pennen gingen, ging ich mal nach rechts, über die Brücke, zwischen Dutzenden Kamikaze Mopeds, Lastwägen, Fahrrädern, anything with wheels. Aufkeimender Gedanke eines Friseurbesuches. Im ersten Salon wurde ich rausgeworfen weil ich nicht als Mädel durchging. Der zweite Typ war auch sichtlich verwirrt aber begann, nach kurzer Stildiskussion anhand von Google Fotos, herumzuschnippeln. Rasieren wollt ich nicht, dafür oben noch ein bisi kürzen. Im Endeffekt sehr schicker Stufenschnitt, ich war happy. 20.000 für neue Matte – passt! Weiter zur Kokosnussoma mit dem aktuellen Kokosnusstiefstpreis: 10.000 Dong!

Aus dem Nichts hat Jesus beschlossen seine volle Badewanne auszukippen, es goss wie aus Schaffeln, alles innerhalb kürzester Zeit war überflutet. Die Leute begannen gemächlich Sandsäcke vor ihren Häuser zu positionieren. Alles war sehr romantisch und schön.

Ich blieb bei der Oma sitzen, schlürfte die Nuss und als es etwas nachließ trat ich den feucht-fröhlichen Heimweg an. Die Mädels waren inzwischen wieder unter den Lebenden.

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Tagesprogramm: Flugbuchung nach Phu Quoc was gar nicht so leicht war wegen diversen Internet, Tablet, Telefon, TAC -Problemen. Leider alles ausgebucht für Mittwoch aber Donnerstag ging. 1.395.000 Dong. Noch ne Nacht länger.

Frisch gewaschene Wäsche ist da – 10 Euro pro Maschine! Oida! Theoretisch hättens wir vorher gewusst aber wir sind ja doof und haben nix nachgerechnet.

Aufkeimendes Hungergefühl. Ins Hotelrestaurant rein, welches das einzige weit und breit war. Es war stockfinster und die Hälfte der Karte gabs nicht. Trotzdem was gefunden und lecker gespeist. Unterkunft in Phu Quoc gesucht und gefunden. Gegen halb 10 allgemeine Nachtruhe.

Dienstag 8. Dezember 2015

Can Tho – An Binh Hotel

Frühes Erwachen bei Sonnenaufgang. Die Schulkinder von gegenüber machen schon Radau, Hunde kläffen, Mopeds knattern. Gitarrenausflug zum Wasser. Die Sonne ist gerade erst munter geworden und hackelt schon Vollgas – es ist kaum auszuhalten! Eva kommt hinzu, Gespräche über Eferding und den Tod.

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Frühstücken, Melonenboot fährt vorbei, Guide fährt mit neuen Freunden vorbei und winkt fröhlich.

Weil Eva soooo Heimweh hat lernen wir ihr Schnapsen. Sie gewinnt ständig. Gegen halb Zwei tuckern wir mit dem Taximeter.Taxi für 110.000 Dong in die Stadt zum Sightseeing-Programm. Zuerst das Provincial Gefängnis dass die Franzosen errichteten. Hiniche Puppen stellen Folterszenen nach. Wir sind die einzigen Touris. Die Toilette war offenbar noch original. Weiter in die Bank wegen Business. Riesiger Raum, 20cm hohes Sicherheitsglas, nur Frauen in langen roten Uniformkleidern und der Big Boss in der Mitte. Weiter zum Stadtmuseum ums Eck. Viel zu viel Personal die alle nur rumstanden, die Führungsfrau redet nur mit sich selbst. Der Beobachtungsgeneral schaut youtube. Wir sind die schon wieder die Einzigen.

War alles nicht so spannend – drum weiter im Plan: Shopping Center! Sehr nobel, besser bewacht als Fort Knox, Gürtel gibt es nirgends zu kaufen und Tabak schon gar nicht. Die Alk Abteilung ist kleiner als die von jedem Würstler am Gürtel. Eine Flasche Jack Daniels kostet umgerechnet knapp 30 Euro.

Wir verlassen diesen Tempel der Reichen und Schönen, machen drei Schritte Richtung Pier und die Leute sitzen wieder im Dreck auf der Straße und verkaufen Bambussaft und Kokosnüsse. Ein Snackshop macht Appetit auf Pizza – Nachos – Tacos – Snake.

Orientierungsmarsch zum Büro von Vietnam Airlines wegen Rückflug von Phu Quoc. Die sitzen zu viert rum und kapieren nix, wollen schon für alle buchen, dabei wollten wir nur ne Auskunft. Nix wie weg.

Aufkeimende Hungersnot drum nicht lang suchen sondern zum Wirten unseres Vertrauens. Alle Smoothies durch gekostet, Chili Schälchen leergefuttert, Suppe schnabuliert.

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Der Markt ist inzwischen auch ready, wir latschen Richtung Touriinfo wegen einer Tour am Folgetag. Uneinigkeit übers Programm, Abmarsch. Die Bootsoma versucht erneut ihr Glück. Während die Mädels schon wieder shoppen marschiert Haselnussblase Luis und seine Krankenschwester zum Klo wo irgendwer Pinkelsteuer verlangte. Nicht mit uns. Dann brüllte jemand Hallo Hallo – und wer stand da? Unser Guide vom Vortag mit ein paar Friends! Perfekt, wir buchen die Reisebürotour direkt bei ihm. No commison – no agency – money for the locals. Treffpunkt bei der Brücke ums Eck vom Hotel um 8 in der Früh.

Wir waren voll happy dass das klappt, finden ein rosa Taxi und fahren für 81.000 Dong nach An Binh retour. Der schicke rosa Taxler kennt sich schon wieder nicht aus und Luis navigiert souveränst.

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Dann wird noch ne leere Kokosnuss serviert, diese gegen ein grünes Saigon umgetauscht. Eine Folge Charm School am Rechner schauen und schlafen.

Mittwoch 9. Dezember 2015

Can Tho – An Binh

Schon wieder viel zu früh aufgewacht. Nicole geht’s nicht gut. Blasenentzündung oder sowas ähnliches. Notruf an Doktor Barni der meinte: Beobachten!

Die Sonne ist auch schon munter, Schulbeginn um Sieben. Frühstücksomelette dauert ewig. Eine Abordnung von uns sucht mal den Guide wegen der entstehenden Verspätung. Zum Glück samma in Vietnam – Vietnam Time different! Wir futtern schnell fertig, trinken unsren Tee aus und marschieren los.

Am Hotelpier verlangens Commison deshalb lag die Anlegestelle unter der Brücke nebenan. Los gings, den Fluss entlang Richtung Stadt. Zwischenstopp beim Tankstellenboot. Da pfeffert man einfach ein paar leere Wasserflaschen aufn Tankwart, der füllt die mit Sprudel und reicht sie retour. Die Haberer vom Guide waren bass erstaunt als sie mitbekamen dass er ne private Tour organisiert hat.

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Weiter gings Richtung Zentrum, immer den Fluß entlang. Lektion in Ananasaufschneidetechniken. Schwimmen hab ich verweigert. Unter der längsten Hängebrücke der Welt hindurch zur Fischmulitplikationsfarm Au Islet. Männergespräche. Melone gibt’s. Wir sehen ein Betonboot, Baumstammboot, Ziegelboot, Plastikboot.

Rückkehr zum Hotel über geheimen ums Eck Pier. Wasserflaschen sind in der ganzen Gegend ausverkauft nachdem wir gestern fünf erstanden haben. Dafür hat der Nachbar Kokosnüsse zum aktuellen Tiefstpreis.

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Aufgrund allgemeiner Faulheit wurde auf den geplanten Stadtausflug verzichtet. Dafür hatten wir eine neue Mission: Wasserflaschen aufstellen! Nach links marschiert, in ein Dutzend Gschäftl reingekracht, bei ner Hängemattenchillaoma Kokosnüsse erstanden. Ausbeute: zwei Flaschen Wasser. Abmarsch über die Brücke in die andre Richtung. Mit dem Stromkabeltrupp mitmarschiert, die Straße entlang, in jedes Geschäft rein. Eine Flasche erstanden dafür leckeren Bambussaft. Alle winken, alle lächeln. Wir sind hier die eigentliche Touristenattraktion.

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Die Mädels warten zwischenzeitlich immer noch auf ihr Nachmittagsfutter. Der Reiskoch schläft offenbar noch oder versucht Wasser zu kaufen. Evas Tablet wieder zum Laufen gebracht.

Frühes Schlafen gehen, Nachti Nachti. Im Fernseher läuft Mister Bean, diese Dauercomedysendung und Fußball. Dazwischen immer wieder Stromausfälle weil ja die Kabel draußen repariert werden. Der Opa kommt mit riesiger Taschenlampe damit wir nicht im Finsteren sitzen müssen.

Donnerstag 10. December 2015

Can Tho – Lucky Hotel

Abreisetag nach Phu Quoc. Aufstehen, Wuddi aufwecken, Gitarre spielen am Fluss, den Booten winken, picksüßen Kaffee trinken, die Frühstückskarte durchkosten. Koffer zampacken, den Yogaguru von Profil von der Wand nehmen. Bezahlen und wieder ins Resti entspannen. Der eine Wuffi hat heute frei und darf grimmig rumlaufen. Zaghafte Annäherungsversuche. Es regnet ab und an. Langsam wird’s vier und wir lassen uns ein Taxi rufen.

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Die Hoteloma drückt mir ihr Handy in die Hand mit irgendeinem Typen an der anderen Leitung. Kein Plan. Nochmal durch das dezente Getümmel von Can Tho und die Prachtstraße zum neuen, schicken Flughafen.

Unser Flug scheint nirgends auf und die Trulla am Check-In schickt uns zum Vietnam Airlines Counter. Dort wird mir ein Telefon in die Hand gedrückt und ein Typ erklärt dass unser Flug leider schon um 9 Uhr morgens abhob. Blöd. Leider. Kann man nix machen. Tut sehr leid. Auf die Frage was das soll und was wir jetzt tun sollen, etwa am Flughafen schlafen, meinte er dass das leider nicht ginge da der Flughafen um 18 Uhr zu sperrt. Streiterei, Diskussion, hilft nix. Nächster Flug am nächsten morgen in der Früh.

Der arme Vietnam Airlines Manager empfiehlt uns das Lucky Hotel in der Nähe und wir treffen uns am nächsten Tag. Er täte sein bestes damit wir den Flug am nächsten Tag bekommen. Geil auch das dänische Paar aus Roskilde, die wollten ursprünglich den 9 Uhr Flug nehmen, aber denen wurde erklärt dieser sei gecancelled und sie mögen doch bitte den Abendflug besteigen.

Angepisst ins Taxi, zu dem komischen Hotel getuckert. Es war schon finster und im Hotelrestaurant feiert wer Hochzeit. Ne aufgetakelte Tante rennt herbei, bellt ihren kindlichen Angestellten Anweisungen entgegen und gibt uns zwei Zimmer. Gegenüber wohnen Bauhackler mit Bohrmaschinen um den Schultern. Wir kriegen Patschen, Zahnbürschtel, Handtücher. Die Zimmer sind ziemlich relativ sehr grauslich und unsre Hüttenschlafsäcke kommen zum Einsatz.

Die Hochzeitsparty war voll im Gange, ein Gitarrentyp fiedelt herum während irgendeiner in ein Headset reinbrüllt welches permanent bei 16kHz feedbackt. Oder vielleicht saß auchn Moskito aufm Mikro.

Ein Zimmer lässt sich nicht versperren und wir bemühen die aufgetakelte Hoteltante. Nach fünf Minuten rütteln steht sie lächelnd in der offenen Tür und meinte es sei doch eh kein Problem. Zimmertüre blieb also unversperrt.

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Wir müssen uns betrinken damit wir ein Auge zumachen können. Abmarsch zur Hauptstraße, offensichtlich die Fortgehmeile von Can Tho. Wir krachen in den ersten Freiluftwirten rein und werden bestaunt wie Popschtars. Hektisches Herumgewussle, Freunde werden per Handy alarmiert. Eva will kein Eis in ihrem Bierglas und bekommt daher eine Wasserflasche während ihr das Bier wieder weggenommen wird.

Während Nadine und mir Rotzsuppe serviert wird, setzt sich die Chefin samt Kellnerin an unsren Tisch, labert irgendwas auf Vietnamesisch und bestaunt uns lachend. Nicole versucht sie mit faden Handyfotos in die Flucht zu schlagen was teilweise gelang. Im Lokal gabs auch Aquarien, Terrarien und Vogelkäfige mit allerhand Getier. Ständig wird nach geschenkt, zwei Stewardessen in Bia Saigon Dressen rennen rum, ein total besoffener Mopedfahrer stolpert herbei und gibt allen mehrfach die Hand. Die Mädels sind beautiful, ich bin wieder nur handsome.

Die Chefin hat irgendeinen Englisch sprechenden Grinsekaiser von der Hochzeitsgesellschaft herbeordert der nochmal fragt ob wir was Essen wollen, ein paar Witze reißt und wieder geht. Saigonbier kostet 9.000 Dong – neuster Tiefstand.

Wir machen Fotos mit der Chefin, sie mit uns und nach ein paar Mutbieren trauen wir uns retour in unser Lucky Wanzenhotel. Dafür noch bei nem alten Mann Biere und leckere Chips gekauft. Ein paar Leute sitzen im Café und rauchen Bamboo-Pfeife.

Wir fallen ins Bett und schlafen tief und fest.

Freitag 11. December 2015

Can Tho – Lucky Hotel 230.000 Dong pro Zimmer – Phu Quoc

Erwache um Sechs. Rundgang durch das komische Hotel wo außer uns wirklich nur ein paar Baustellentypen hausen. Einer hat nen Hühnerkäfig vor der Tür. Ein paar Plastikrehe mit Kabel um den Kopf stehen rum. Das Hotelrestaurant liegt direkt am breiten Fluss, sehr schön eigentlich.

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Wir packen flott zusammen und suchen wen von der Rezeption. Die Kinder der Chefin pennen gleich hinter dem Frontdesk. Aufwecken, zahlen, Pässe, Taxi rufen. 270.000 pro Zimmer und Nacht.

Minitaxi ist da, Rucksack auf die Schoß und los geht’s, wieder zum Flughafen. Flughafenmautstelle noch unbesetzt. Die Dänen vom Vortag sind auch da, die das selbe Problem hatten.

Wir dürfen einchecken, klappt alles. Die Schaltertante fragt mich ob meine Wives pregnant wären. Anschließendes Treffen mit dem Vietnam Airlines Typen der sich offenbar die ganze Nacht auf das Gespräch vorbereitet hat. „Good morning Mr. Pasching, i am the man to listen!“. Wir bekommen eine Getränkeeinladung, nochmalige Entschuldigungen und Erklärungen. Er hofft dass wir in touch bleiben und, wenn wir das nächste mal in Can Tho sind, Freunde werden.

Er notiert uns seine Handynummer falls wir noch irgendwelche Probleme mit irgendwelchen Flügen jemals haben sollten und wir verabschieden uns, versöhnt mit Vietnam Airlines.

Im Duty-Free gibt’s Ricola Zuckerl und Ritter Sport für 3 Euro.

Der Flieger ist mini, 75 Sitzplätze. Kaum abgehoben senkt sich schon wieder die Nase vom Vogel und die Propellermaschine setzt zur Landung an. Wir fahren die 10 Meter zum Terminal mit dem Flughafenbus, plaudern mit Menschen mit Schneeflockentattoos.

Gepäck da, rein ins Taxi und 7km später sind wir im Ressort. Unglaublich touristisch alles, lauter Farrang-Langnasen unterwegs. Alle können Englisch. Wir frühstücken Süppchen und Knoblauchbrot.

Kurzes Durchatmen, dann Abmarsch zum Strand. Unsre Bungalownachbarn sind aus dem Saarland und der Typ schaut aus wie Joschka Fischer. Weitläufiger wunderschöner Sandstrand, eine Bar nach der anderen, romantische Restaurants direkt am Wasser, Flaffis. Wir finden ein ruhiges Eckchen, schwimmen, schnorcheln, sporteln, planschen.

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Irgendein Russe spielt die ganze Zeit Ingress und baut 1000 Portale auf. Hund gestreichelt – Hand stinkt. Als es dämmerte an fickenden Exhibitionistenkötern vorbei zum Restaurant. Die weiß bezogenen Tische stehen direkt am Wasser, die Wellen rauschen leise. Zwischen schrecklichen vietnamesischen Diskonummern spielen sie auf einmal Kensington. Chili Nachschub wurde nicht gestoppt. Zwischenstopp bei der Tabaklady und in Rorys Strandbar mit Lagerfeuer. Überall voller Empfang – 4 Striche Wlan.


Konfusion mit der Rechnung weil wir auch gern für die Mädels gezahlt hätten die abgehaun sind ohne zu blechen. Geht leider nicht. Chefe wurde informiert.

Zurück zum Bungalow wo die neu eingezogenen Deutschen nebenan den Türknauf nicht kapieren. Kurzer Spaziergang zur Tabakdealerin – doch auch hier werden wir enttäuscht. Dafür gibt’s Papers für Leute die Marihuana rauchen wollen. Logisch.

Übersiedlung ins Bett. Gegen halb drei war Jesus wieder Baden. Ich nütze die Zeit für einen Klogang – und verbrachte bei der Gelegenheit die halbe Nacht vor dem Häusl. Oje. Magen kaputt.

Samstag 12. Dezember 2015

Phu Quoc – Kim Lien Ressort 20 USD pro DZ exkl. Frühstück

Die Mädels diagnostizieren ne Chilivergiftung. Weil ich so arm dreinschau krieg ich meinen Tee. Nicole wollt die Gelegenheit nutzen und fragte nach Café: No!

Phu-Quoc11-Tee

Den Tag wie ein stinkats Gsöchtes auf der Bank vorm Bungalow verbracht, Wäsche bekommen, Tee nach geschenkt, besorgte Nachfragen der Chefin. Profil ausgelesen. Den Mädels ist das wurscht, die vergnügen sich am Strand während ich vor mich hin sterbe. Langsam stellt sich Besserung ein. Doktor Barni wird erneut konsultiert und meint ich darf weiterhin Chilis futtern. Auch die Theorie dass die Spinne die sich in meinem Hirn eingenistet hat und in das Ohr kackt weswegen es ein bisi stinkt und die eine Touri-Tour in den Verdauungstrakt unternommen hat, wird nach eingehender ärztlicher Prüfung wieder verworfen.

Es dämmert bereits, die Mädels gehen essen. Klogänge werden immer seltener, alles wird langsam wieder gut. Nicole macht Witze, dass wir doch um halb sechs in der Früh einen Strandlauf unternehmen wollten.

Im Traum mit Eva gestritten weil sie den Alex beschissen hat und alle fanden das voll normal. Außerdem in Schießerei mit fettem, bierbäuchigen Mafiatypen geraten.

Sonntag 13. Dezember 2015

Phu Quoc

Halb Sechs – Nicole wird geweckt zum Strandlauf. Die schüttelt den Kopf und pennt weiter. Alles wieder gut! 2Km nach rechts gelaufen bis es nimma ging, dann wieder retour. Nackt schwimmen gewesen ohne erkennbaren Erfrischungseffekt wegen der Wassertemperatur. Die Asiaten sind alle schon munter, planschen in voller Montur im Wasser oder stolzieren in Abendkleidern und voll eingetüftelt die Brandung entlang und machen Selfies.

Frühstück in unsrem Resti, dann kurzes Nickerchen, dann Abmarsch zum Strand. Rumhängen, vom Steg springen, uns über gaffende, biertrinkende Vietnamesen ärgern, Abmarsch zum abgefuckten Resti mit Gratisstrandliegen. Wir blieben gleich zum Essen, es gab teures Seafood BBQ aber sehr lecker. Und wir hören die ersten Worte Österreichisch die nicht aus unsrem Munde stammt – drei Tische weiter. Wir quittierten dies mit einem leisen, steirischen Gruß. „Hoits di Goschn!“.

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Über den dunklen Strand retour Richtung Heimat. Leckerstes Seafood BBQ überall aufgebaut, bisi Hundekacke, bisi Quallen. Weiter geht’s zur Coconut Bar auf die große homemade-rum-drinking challenge. Ein Meter Selbstgebranntes, tw grauslich, tw lecker. Mojitos zum runterspülen. Wir erzählen uns alte Schulandwochengeschichten.

Gegen 11 Abmarsch nach Hause. Morgen früh kommt nämlich der Herr John und macht mit uns eine Tour in den Süden der Insel.

Montag, 14. Dezember 2015

Phu Quoc

Uiiii, Aufregung! Der Herr John schickt seine Haberer für eine Inseltour zu unsrer Hütte. Für 12 Amidollar am Vortag gebucht, in seinem Büro wo die Angestellten wieder praktisch hinterm Tresen in einem kleinen Kabuff schlafen wo gerade mal ein Stockbett reinpasst.

Frühstück im netten Hotelrestaurant während Johns Busse schon hin- und hertuckern. Klarerweise waren die wieder viel zu früh da und während die quirlige Ms. John zu labern anfängt, packen wir schnell zusammen.

Erste Station: Ne Französin abholen. Dann geht’s weiter zur völlig unspektakulären Weinfabrik wo die Trauben auf den Bäumen wachsen. Weiter zur Perlenfarmverkaufsshow wo ein unmotivierter Australier uns erklärt wie denn das so alles funktioniert. Es liegt eine Sägenmachete rum, der Kokosnussverkaufsstand ist weitaus spannender. Weiter zum coconut prison, dem Original nachempfunden, mit Puppen, Propagandainfotafeln und schaurigen Nachstellungen von Folter und Leid.

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Next stopp: Fish Sauce Factory, gleich gegenüber dem Foltergefängnis. Es stinkt nach Fisch, schmeckt aber ganz lecker. Über holprige Lehmpisten geht’s dann zum Sao Beach, ein Strandabschnitt wie aus einem Kitschprospekt. Weißer Sand, sanft abfallend ins türkisfarbene Wasser. Ms John erlaubt uns eine Pause von 90 Minuten und während die anderen Touris ihr gebuchtes 6 Dollar Menü futtern müssen, planschen wir bereits drauf los. Nicole geht’s nicht so gut, wahrscheinlich die Antibiotika…

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Dann laberte die noch was von einer Pagode die wir uns ansehen (Thien Vien truc lam Chua ho quoc oder so ähnlich). Wie aus dem nichts tauchte eine neu erbaute, wunderschön und riesengroße Tempelanlage auf, mit einem mächtigen Stufenaufgang, gemauerten, grimmig dreinschauenden Steinriesen und überbordenden goldenen Buddhas mit allerhand seltsamer Spenden um sie herum. Dazwischen Touristenmönche mit Ipads.

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Leider wurden uns nur 15 Minuten zugestanden weil wir mussten noch unbedingt zu dem tollen Fischersteg bei Ham Ninh wo wir Seesterne kaufen hätten können und arme Seepferdchen.

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Danach gings noch zu einer Pfefferfarm mit anschließender Verkostung mit gefinkelter Geldübergabe der Pfefferfrau an Ms. John. Vor uns blieb nichts verborgen.

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Wir wurden wieder zurückgekarrt und während Nicole sich schlafen legte, gingen wir in ein Hauptstraßenrestaurant was futtern. Der Sonnenuntergang bahnte sich an doch bis wir beim Rory waren hat sich die gelbe Sau schon gschlichen. Dafür saß die Französin von der Tour in ihrem türkisen Nirvana Shört rum und wir tranken Getränke und plauderten. Sie hatte eine schreckliche Erfahrung mit einem Hotelchef auf Phu Quoc hinter sich und war ziemlich durcheinander. Nach und nach Aufbruch und während die Mädels noch auf nen Snäck gingen war im Bungalow No. 2 bereits das Licht aus.

Dienstag 15. Dezember 2015

Phu Quoc – Kim Lien

Aufgrund des späten Erwachens gegen halb Neun wurde der geplante Radausflug verschoben. Wir stellen fest dass wir eigentlich Abreisetag haben, suchen leistbare Quartiere an vernünftigen Orten und scheitern. Aus Zufriedenheit mit dem Status Quo verlängern bis 20. und gehen Frühstücken. Anschließend startet die gesamte Truppe ne Expedition über den Strand Richtung Stadt namens Thi Tran Duong Dong (Duong Dong Town). Besuch des Nightmarktes der tagsüber überraschenderweise geschlossenen hat, Tempel No 1, schöner Leuchtturm mit Tempel No 2. Dooferweise haben wir den Stadtplan daheim liegen lassen und belästigen daher einen daher marschierenden Finnen der ne ganze Wasserflasche auf der Stirn trägt.

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Zwischenstopp im westlichen Eiscafé, Entwendung diverser Pläne und Broschüren. Im Powermixer läuft Falco und Modern Talking. Weiter geht’s Richtung Brücke, zwei Schritte raus aus der Touripheripherie und man ist mitten im Armenviertel. Wir entdecken die Brücke übern Fluss und stehen mitten im local market. Gewussel, Mopeds, Taxis, Securitys, Fischkopp ohne Ende. Gibt sogar ein Machetenstandl. Wir machen eine Runde und sind bei den Ärmsten der Armen, alles unglaublich dreckig, stinkend, Ratten rennen rum, unglaublich viel Müll. Die Straßen mit Gatsch übersät.

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Wir finden den Markt und die Brücke wieder und marschieren zum nächsten Tempel. Schwesta meint es wäre ein Hotel, drum dürfen wir nicht reinschauen. Wir entdecken eine Schule wo grad Sportunterricht stattfindet, winken in der Gegend rum und kommen zum Tempel No 4 wo wir andre Badelatschen anziehen müssen und unter der Aufsicht eines tschickenden Hausmeisters uns alles anschauen dürfen. Pinkelpause, Moes Bar entdeckt, an Tempel No 5 vorbeimarschiert und über den Strand wieder retour. Schwesta und Halbschwesta gehen schwimmen, wir gehen zu Rorys Nachbarn auf ein liebloses Sandwich und unfresh coconut.

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Ein wiedervereinter sunset drink beim Rory, dann machen wir uns stadtfein und gehen zu dem halbfertigen Restaurant an der Hauptstraße auf Seafood BBQ. Sooo lecker, drei verschiedene Fische plus Salat, Muscheln, Reis und Garlic Bread. Ein komischer Typ im Netzleibal, auf der Suche nach der billigsten Palette Bier der Welt, verhandelt verbissen mit der Chefiza. Eine Katze wird heimlich gefüttert. Weil wir so gute Werbeträger sind füllt sich die Hütte, sie kriegen nen Stress und wir marschieren heimwärts.

Phu-Quoc24-Polizeichef

Vor unsrer Hütte noch bad taste party mit alten Klassikern und schrägen Volksmusik fails. Neue Nachbarn ziehen ein – sie schauen nicht sehr glücklich drein.

Mittwoch 16. Dezember 2015

Phu Quoc – Kim Lien Ressort

Früh aufstehen again weil Trinktag! Juhu! Der netten Dame von unsrem Resti bringen wir das Wort Guave bei (Soi auf Vietnamesisch) und kriegen dafür gleich zwei geschenkt. Sie verspricht außerdem uns Tabak von irgendwoher mitzubringen – die Spannung steigt ob Mission Tabakkauf accomplished wird.

Abmarsch zum Strand mit den Gratisliegen und den unfreundlichen Kellnern. Profil lesen, Eva ärgern, Schnorchel kaputt machen. Shrimpsburger wird getestet – sehr lecker. Volleyballmatch argwöhnisch verfolgen und happy hour Beislrally. Der schicke Currywirt verspricht zwei Mojitos oder Pinacolada zum Preis von einem. Natürlich klappt das nicht – happy hour intervention. Nachts am Strand ist Vorsicht geboten wegen Tretminen von Hunden und riesigen Mutantenquallen. Duschen und wir marschieren zum nächsten BBQ Seafood auf Scalllope Massaker, Songfisch und letschatem Tofucurry. Total billig wieder, vor allem weil die Hälfte unsres Essens nicht auf der Rechnung stand. Die Aufklärung des Fehlers nahm einige Zeit und das komplette Personal in Anspruch.

Phu-Quoc7-Speisekarte

Wir wollten noch ne Tour buchen, doch sowohl der unfreundliche Schmuuule noch Mr. John hatten noch offen. War ja bereits 22 Uhr. Ärgerlich. Radtour ja nein, Konfusion, um die Nerven zu beruhigen wollen wir in die Pirate Bar. Dort auch irgendein Problem, keine Ahnung, auf jeden Fall durften wir nicht rein. Hin- und Herrgerenne, ein Tourbüro hatte noch 5 Minuten lang offen aber irgendwie hatte keiner da jetzt Bock drauf. Weiter in die Coco Bar mit Caribean Owner der leider nicht weiß wer Boby Marley ist. Nadines Nocktail roch verdächtig nach Alkohol – Diskussion mit Kellner: „Is this cocktail without alcohol?“ – „Yes!“ – „What is in it?“ – „Wodka, Grenadine, …. „. Aha.

Müde zum Bungalow retour – es war fast Mitternacht als wir schlafen gingen.

Donnerstag 17. Dezember 2015

Phu Quoc

Very windy! Es hat um acht in der früh erst 25 Grad und wir frieren. Ein Geist ist auf unsrem Badezimmer kacken und hat die Tür von innen verriegelt – der tätowierte Hotelboy klettert deshalb ins Klo rein und öffnet die von innen verschlossene Türe.

Nach dem Frühstück, wo sich schon wieder keiner über Shark with Technology drübertraut, wird die Radtour immer konkreter. Wir rennen rum und suchen Fahrräder mit Körben, die aber nur die Veranda hat und uns nicht herborgt. Drum zum skeptischen Rattenlokalchef der uns zuerst kohlemässig verarschen wollt – nicht mit uns. Hauptstraße runter, Röcke verfangen sich in Speichen, das überaus praktische Vollwollsackerl von den Grünen mit dem Tatanka-Spanngurt an den Fahrradrahmen geheftet. Mit dem Rad ist die Stadt echt nur ne Viertelstunde entfernt, zum Glück kennen wir uns aus, biegen zweimal rechts ab. Dann kurze Verarsche eines Mopedtypens der uns grad weiterschickt anstatt über die Brücke. Mir kam das bald vietnamesisch vor und wir radeln zum Baustellenstraßencafe auf ne Kokosnuss. Zwei Meter neben unsren Rädern wird mit nem China-Bagger Löcher gegraben, Betonröhreln reingestopft und alles wieder zugeschüttet. Im Hintergrund laufen zwei Fernseher mit unterschiedlichen Sendern in vollster Lautstärke.

Phu-Quoc17-Markt.jpg

Wir fahren wieder ein Stück retour, treffen den Fahrradbuben wieder der Lose verkauft, finden die Brücke und sind glücklich. Stinkende LKWs fahren im Zentimeterabstand an uns vorbei, ein Typ rennt mit so einer Bambuspfeife mitten auf der Straße retour, Mopedkiberer überholen uns und regen sich weder auf dass Nicole sie halb anrempelt noch dass wir alle ohne vorschriftsmäßigen Helm rumfahren sondern tw nur mit FM4-Mütze.

Vorbei am alten Flughafen, nochmal Navi-check: Falsch! Fuck, wieder retour und anders fahren aber halb so schlimm. Wieder Hauptstraße mit reger Bautätigkeit links, rechts und auf der Straße. Alles staubt und hupt. Wir finden unser Seitengasserl und tuckern entspannt an kleinen Bauernhöfen, Gschäften und ner Schule vorbei. Nach ner halben Ewigkeit ist die Straße endlich zu Ende, aber unser Wasserfall und der See sind nirgends zu entdecken. Noch nicht fertig gebaut, von ner Anhöhe aus ist blaues Wasser zu erahnen. Fuck, alles umsonst, wieder alles retour. Niki spielt Schißhase mit ner Dampfwalze und gewinnt knapp.

Wir manövrieren uns wieder durch die Stadt hindurch, Schwesta fährt vor, Nadine schiebt, N + L streiten wegen Supermarkt und gehen auf ein Getränk mit netter Weihnachtskarte als Abschied. Machetenkauf! Mission accomplished.

Phu-Quoc25-Sonnenuntergangs

Radeln abgeben, beim Rory ins Wasser hüpfen und wegen dem ganzen Straßendreck voll braun ins Meer reingehen und weiß wieder raus. Wir machen uns stadtfein und gehen heut zu nem Profichinesen der artig Witze macht und ein neues Happy Hour Konzept erfunden hat: Zwischen 6 und 8 ist alles gratis. Leider nur Bier und zwei Cocktails und er war sichtlich verwirrt als wir alkfrei trinken wollten und dafür auch noch zahlen. Es gab Tintenfisch gefüllt mit Schwein. Ein kurzes Balkonplauscherl und wir gehen alle schlafen.

Freitag 18. Dezember 2015

Phu Quoc – Kim Lin

Das Wetter ist komis und wir fühlen uns genauso. Frühstück in unsrem Resti, ein Typ von der Straße winkt dem Typen am Nebentisch und wir winken fröhlich retour.

Abmarsch zum Strand wos auch nicht wirklich sonniger ist. Im Klo von unsrem Strandresti wohnt ein Hund der artig vor die Tür geht wenn man mal muss und wenn man fertig geklot hat rennt er wieder rein.

Schwesta und Halbschwesta marschieren zum Nachtmarkt und bringen lecker Dragonfruit mit für meine neue Machete. Wir tun auch was für unsre Bildung und machen ne Beislrunde. Zuerst zu dem Rockhouse da auf der Hauptstraße wo Tshirts rumhingen mit „No Kangaroos in Austria“ und dem Bundesadler. Der Schweizer Barmanager setzte sich zu uns und uns war klar warum der Laden nicht so läuft.

Phu-Quoc23-Palmen-rot

Gegenüber war ein LED-Tempel wo grad gebetet wurde und der Oberrabbiner im Takt auf so nen Holzfrosch und eine Klangschale klopfte.

Nebenan war die Gecko Bar und wir gingen auf nen Absacker. Wie das Cafe Necko in Wien – lauter Babykatzen und Hunde. So süüüüßßß. Und alle wohnen in der Küche. Eine Katze wollte in meiner Jacke einziehen und lies sich kaum herausbugsiern weil sie sich so in mich verliebt hat. (An ju em – Em ju an.)

Inzwischen waren die Mädels auch schon wieder da, wir tauschten uns aus, es kam zur großen Spinnenjagd und gingen schon wieder schlafen.

Samstag 19. Dezember 2015

Phu Quoc

Schon wieder schiach! Und koid! Da hättens uns glei im Heim losn kennan! Wir lesen ein altes Profil mit der Titelstory über ne unabsichtliche Drogenschmugglerin ausm Innviertel. Schwestas gehen recht widerwillig schnorcheln, vergessen Tschick und Schlüssel. Beobachtungsvorgang wie die Schneiderin plus Assistent ein Plakat verkehrt annagelt. Allgemeines Gelächter.

Wir hatschen über die neu erbaute Straße zum Museum welches heute sogar offen hat. 20.000 Dongos Eintritt, recht uninteressant und sehr groß, mit schönem Aussichtsbalkon. Ein Foto vom Polizeichef von Phu Quoc hängt rum mit dem nicht gut Kokosnussessen ist. Und wir erfahren mehr über die geschichtlichen Hintergründe des Gefängnisses als im Gefängnis selbst. N ist so begeistert dass sie ihre Handyhülle vom Dach schmeißt und dann tapfer auf der Pagode rumklettert.

Phu-Quoc22-Museum

Auf der gesamten Insel gibt es keinen Strom, die Kellnerin meint um Punkt 5 ist er wieder da. Wir speisen beim Nachbar von dem Profichinesen, übersiedeln zum Crêpe-Bistro, kaufen ein akzeptables Kleid beim unfreundlichen Schmulen der hauptsächlich Tshirts von Kambodscha verkauft.

Weil das alles so anstrengend war wird ein Nachmittagsschläfchen eingelegt, untermalt von lieblichem Gebrüll unserer vietnamesischen Adoptivkinder und einem Bauhackler der fleißig auf nen Stahlträger rumklopfte.

Phu-Quoc24-Kids

Die Mädels sind zurück und sind begeistert obwohl Österreicher mit am Schnorchelboot waren. Duschen, schneuzen, kampeln, striegeln und wir gehen ein letztes mal zu unserem small restaurant wo heute Hochbetrieb herrscht. Lecker Red Snapper und Thunfisch a´la haus-am-Boden, sehr ausgiebig und gschmackig. Der kleiner Kellnerbub mit seinem Faible für Fussballdressen ist der Cousin vom Chef aus dem Mekong Delta.

Retour zum Zimmer, schlafen gehen.

Sonntag 20. Dezember 2015

Phu Quoc – Kim Lien Ressort, pro Nacht und Zimmer 450.000 Dong

Frühes Erwachen again. Die Hoteloma meint da unser Flug so spät geht könnten wir ruhig länger im Zimmer bleiben. Später will sie dann 10 Dollar, dafür wird die eine Nacht nicht gerechnet wo wir in Can Tho festhingen.

Einsamer Morgenkaffee am Free Beach beim Eisbärfelsen mit dem Typen von gestern. Ein schläfriger Bambuspfeifentyp frönt seiner Sucht. Der Steg ist verlassen und einladend. Die Mädels sind unterdessen schon munter und fleißig am packen.

Wir frühstücken ein letztes mal gemeinsam am Strand in der Curry-Vergiftung-Station. Eine absurd triefende Menge French Toast, Süppchen, Nudeln, … wir futtern mehr und mehr.

Phu-Quoc10-Beachschild

Abmarsch zum Strand zu dem einsamen Geisterressort mit den schauerlichen Statuen. Ein letztes mal gemeinsam planschen. Das Wetter schlägt langsam um, es ist deutlich kühler und ungemütlicher. Finalisierung des Packvorganges, Abrechnung mit der Hoteloma die unwirsch die 10000 Kulis von den Grünen annimmt und der netten Restaurantdame genau einen abgibt die wir sogleich auf ein Nachtmahl besuchen. Die Mauer vor ihrem Resti wird stündlich höher, man könnte eine 1000m2 Parzelle für 840.000 US Dollar erstehen.

Unsre Adoptivtwins sind ein wenig geknickt als sie checken dass wir auschecken. Um die Wartezeit aufs Taxi zu verkürzen fladern sie irgendwo Sessel, setzen sich auf unsre Schoß und lachen herzlich.

Taxi da, Kofferraumklappe landet energisch auf Nicoles Schulter, Bum Bum Taximucke, Flugplatz ist ja ums Eck. 130.000 für Taxi. Dann warten warten, rauchen, Pringles und teure Rittersport erstehen. Gepäck wird anstandslos übernommen, der Chines hinter uns hat den Koffer voller Stinkefisch.

Gitarre darf auch wieder weiterreisen, Flugplatz sperrt hinter uns zu. Ein betrunkener Vietnamese brüllt mit Kopfhörern im Ohr die ganzen Bullen an und darf nicht mit. Alles wieder sehr absurd. Flughafenbus fährt uns die drei Meter zum Airbus Vogel, starten, Erfrischungstuch, Wasser, landen.

Gepäck alles da und der Flughafen spuckt uns in Saigon aus. Taxiverhandlung und für 250.000 Dong landen wir vor unsrem Hotel. Das stand offenbar under new management – unsre Koffer werden geschleppt, eincheck-Wisch schon vorbereitet, total schicke deluxe Zimmer mit einem Bett größer als meine Wohnung.

Wir kennen uns schon voll aus, rennen über die Straße wie die Chefs und kaufen Vogelnestgetränk im K-Supermarkt gegenüber. Der Wachmann pennt zugedeckt auf zwei Klappsessel, ne Spinne kraxelt die Lobby hoch und will wohl einchecken. Das Ingress Portal vor der Tür gehört demselben Russen wie das aus Phu Quoc.

Es ist halb zwei in der Früh und wir machen die Äuglein zu.

Montag 21. Dezember 2015

Sabah Saigon Boutique Hotel

Schon wieder früh aufgewacht, zum Glück hat das Buffet schon offen. Unmengen Kaffee schlürfen, Dragonfruit, Kokoskeks, Hühnerteile mit leckerem Gemüsegatsch. Wir blieben so lang bis sie das Essen wegsperrten. Schwestas übersiedeln ihr Zeug in unser Zimmer nachdem sie ihr Türschloss ruiniert haben und der Hausmeister das ganze Teil ausbauen musste.

Saigon9-Strasse

Schwesta bleibt zaach im Bett liegen, der Rest vom Fest latscht Richtung Markt und kämpft sich tapfer durch tatschende, schreiende Verkäuferschächte die alle denselben Schrott verticken, gar nicht mal billig. Zwischenstop in der Bäckerei gegenüber, Orientierungsmarsch Richtung Fluss mit kamikaziartigen Überquerung der 12-spurigen Autobahn dort.

Spaziergang am Fluss entlang, Hochzeitspaar entdeckt, großer, gepflegter, wunderschöner Park zwischen Autobahnen mit rasensprengenden Gärtnern. Wir finden die Hauptstraße retour, kehren kurz ein in einem Resti mit lauter Aquarien mit Fröschen, Fischen, Schlangen und lauter anderen uns unbekannten Tieren.

Saigon12-Snake

Pünktliche Ankunft retour, Eva liegt am Pool, allgemeines Duschen, kurzes Schläfchen. Dann knurrt schon wieder der Magen und wir finden so Art Schnitzelplatzl wo die traurig dreinblickenden Kellner Weihnachtsmützen tragen mussten. Die Playlist spuckte einen schaurigen Weihnachtssong nach dem anderen aus.

Interessantes Futter bekommen, Löffel Uri-Geller mäßig verbogen beim Versuch die quietschende Kokosnuss auszulöffeln. Im New Balance Shop nebenan gibt’s schickte Treter die aber genau soviel kosten wie daheim. Gruppenfoto vorm rosa Weihnachtsbaum.

Dann war schon Zeit für den Abschied, ein Taxi wird her gewinkt, das Zeug ins Auto verfrachtet und wir winken uns ein letztes mal zum Abschied. Eine traurige Zigarette auf der Stiege, N färbt aus Trauer ihre Haare, L geht zum Pool wo lauter laute Touris sitzen. Schlafen gehen.

Dienstag, 22. Dezember 2015

Saigon – Bangkok, Wild Orchid Villa (Zimmer 1100 Baht pro Nacht = 26 Euro)

Frühes Erwachen und rauf zum leckeren Frühstücksbuffet. Viele Leute, 15 Kaffee getrunken und das ganze Essen durchprobiert. Gibt komisches Rindfleisch, Buttergemüse, Reis, Schlatzsuppen, Kokosnusskeks, Dragonfruit, Nudeln mit Seafood, Erdnussbutter. Als das Buffet zu sperrte retour ins Zimmer, Frühstücksmanager fragt N ob ich voll Business-mäßig unterwegs sei weil ich ständig in den Laptop reinhack und offenbar viel zu seriös ausseh. Packen, Duschen, Rasieren, Vietnam MTV schauen. Ed Sheeran singt sein Lied über ein Foto und wir beginnen zu heulen. Auschecken, Gepäck abgeben. Wir bekommen einen hochprofessionellen receipt, uns wird das Gepäck abgenommen. Wir sind verwirrt über soviel Service. Spaziergang zur Mariahilfer Straße, wir krachen in ein nobles Sushi Lokal rein wos das geilste Sushi der Welt gibt für 10 Euro pro Nase. Helmgeschäft, Wattebauschkauf, Kirche entdeckt mit Jesus dessen Füße geküsst werden.

Saigon11-Krippe

Retour im Hotel, ein letzter Gang zur Dachterrasse. Das Hotel hat sich ne tolle Weihnachtsaktion überlegt: Für 300.000 Dong gibt’s quasi das Frühstücksbuffet und wenn man 15 Drinks bestellt bekommt man einen umsonst. Gepäck abholen, umziehen, die Hoteljungs winken ein Taxi her welches uns zum Flughafen kutschiert. Fahren an der Zugtrasse entlang wo die ganzen Leute auf den Schienen ihre Standln aufbauen und wenn der Zug antuckert wird alles schnell abgebaut.

Saigon2-Mopedhaberer

Gepäck wird anstandslos übernommen, Rückflug von Bangkok muss her gezeigt werden, Immigration Card wird ausgehändigt. Gegenüber checkt die Band Rita ihre Softshell cases ein. Unsre restlichen Getränke werden an der Flughafenbar verkonsumiert, Marsch durch den unwirschen Securitycheck, wir finden unser Gate. Turkish Airlines dockt an unserer Gangway an und das Gate wird geändert. Vermehrte Klogänge, rein in den indischen Flieger von Jet Airwaves wo die ganzen Stewards, in schwarz gekleidet, freundliche aber bestimmte Anweisungen erteilen. Emergency Exit Türbeauftragte werden harsch eingeteilt. Obwohl der Flug nur 80 min dauert gibt es Chicken oder Vegetable und Getränke. Ein Blick von oben über Saigon, ein Lichtermeer welches nicht zu enden scheint.

Landung in Bangkok, langer Marsch Richtung Health Control, Einreisedings, Gepäckband wo unsre Koffer ihre Runden drehen. Schlapfen anziehen, Geld wechseln (36,69 Baht pro Euro), Taxi gechecked mit vertrauenserweckendem Fahrer mit Kanada Wollhaube am Plutzer der offenbar in seinem Taxi wohnt und im Kofferraum leider nur Platz für einen Rucksack hat.

BKK9-Verkehr

 

Mautstellen, Kampf ums Retourgeld, Google Maps klappt nicht ganz weil man keine Thailand Karten downloaden kann. Beim 7 Eleven schreien wir Stopp, zahlen nochmal Flughafenspezialmaut und nach ein paar Schritten sind wir im Wild Orchid. Wissen nimma ob wir schon die Zimmer gezahlt haben oder nicht und checken Netbanking. Endlich Thai Eistee trinken, Wäschefrau hat schon zu, Spaziergang über unsre kleine Khaosan. Erinnerungen werden wach. Live Musik an jeder Ecke, jeder will lauter sein als der andre. Beim Red Hot Chilli Peppers Covertypen lassen wir uns nieder, der sogleich sein Konzert beendet und von Breakdance-Beatbox-Crew abgelöst wird. Alles wird um Mitternacht dicht gemacht, auch die umherhuschenden Ratten suchen sich ein Schlafgemach.

Zigarretal am Balkon und schlafen gehen.

Mittwoch 23. Dezember 2015

Bangkok – Wild Orchid Villa

Wecker läutet um halb neun, Kaffee trinken, Buch auslesen, Wäscherin besuchen. Thailändische Lernapp runterladen, die Kellnerin fragt uns wo Nadine bleibt – sie kenne uns noch vom Vorjahr. In Kärnten ist grad ein Känguru ausgebüchst. Nicole bekommt ihren Paradise Toast.

BKK1-Buddha

Mittäglicher Fußmarsch zum goldenen liegenden Buddha. Wir marschieren durch die Universität, finden endlich ne Bank die unsre verbliebenen Dong in Baht wechselt. Sonnenbrille am Schalter vergessen, wieder retour, weiter den Pier entlang an Orte die wir schon vom Vorjahr kennen. Essensdiskussion, N gewinnt, unser erstes Pad Thai wird schnabuliert. Wir marschieren zum Buddha, 100 Baht Eintritt inklusive kleinem Wasser. Schuhe ausziehen, Nicole kriegt ne grüne Küchenschürze übergeworfen weil ihr Gwand so Scheiße aussieht, Männer dürfen rumlaufen wie sie wollen. Diskussion ob der goldene Buddha oder sein weißer pennender Haberer im Vietnamesischem Ta Cu größer ist. Der Goldene ist wirklich sehr beeindruckend, seine Zechen werden grad renoviert. Zwei Österreicher streiten neben uns weil der Mann seiner Frau nie zuhört. Wir marschieren durch die Tempelanlage, ein Schmetterling verarscht uns und schummelt sich ständig auf Fotos. Katze liegt rum. Die angeschlossene Schule probt ihre Weihnachtsperformance dass die Boxen nur so krachen.

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Der König will 500 Baht wenn man ihn in seinem Haus besuchen will, ohne Wasser. Gemeiner König. Wir sehen seinen Palast nur von außen, finden den Park wieder wo er letztes Jahr fett Party gefeiert hat. Kommen zur Khaosan die wir noch nie bei Tag gesehen haben, finden die vertrauenerweckende Dr. Khaosan Klinik. Retour ins Wild Orchid und warten auf die anderen die eben gelandet sind.

Die stehen dann wirklich plötzlich vor der Tür, gehen schnell italienisch duschen und wir suchen ein Speiselokal das uns zusagt. Die Froschverkäufer sind wieder sehr aktiv, doch als die Band anfing zu lärmen wars denen dann auch zu nervig.

Wir futtern rasch unser lieblos hergerichtetes Essen und über Susies Walking Street geht’s auf die richtige Khaosan wo der gewohnte Trubel herrscht. Noch ein Schlummertrunk im Hotelresti und wir gehen schlafen.

Donnerstag 24. Dezember 2015

Heiliger Khaosan Abend – Bangkok – Wild Orchid

Frühstück um kurz vor Acht, die Sonne durchflutet unser Wild Orchid Resti beim Frühstückskaffee.

Wir machen uns stadtfein und marschieren parallel zum Wasser zum großen goldenen Buddha. Der Goldene ist kürzer, dafür höher als sein Kollege in weiß in Vietnam. Unser Streit ging unentschieden aus. Da wir den ja schon kennen setzen wir uns zum Wirten unseres Vertrauens auf ne scharfe Suppe. Hank, die Katze, besucht uns und will Schoßi sitzen. Alle wollen Boot fahren, drum retour zu dem schicken Pier bei dem riesigem weißen Weihnachtsbaum und für 150 Baht dürfen wir rumtuckern. Beim letzten Pier werden wir rausgehauen und besuchen dieses riesige unfertige Hotelungetüm und sind offenbar nicht die einzigen. Es gibt auch eine Bewachungskatze und ein paar Hunde und nen Security.

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Zurück zum Pier, ins blaue Touriboot reingequetscht und bei der nächsten gleich wieder raus weil die Mikrofontante vom Boot meinte hier wäre ein Shopping Center. War auch, aber halb fertig und langweilig. Draußen im Kaffeehaus die vierköpfige Belegschaft aufgescheucht mit unserer Bestellung. Im letzten Moment gecheckt dass das angepriesene Fishbread für die Fisch ist und und gar nicht für uns zum knabbern.

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Beschlossen in ein gscheites Shopping Center zu fahren – Siam Pagoda Center, ums Eck von dem riesigen MRT Teil wo wir letztes Jahr Reizüberflutung hatten. Tuk Tuk gleich da, 300 Baht oder 250 mit Stop, nach kurzer Fahrt waren wir schon da.

Siam Pagoda war recht schick mit teurem schrägen Zeugs und nem riesigen Food Ressort im Oberstock, mit Mr. Shake, der einen green tea shake an uns verkaufte der wieder nach Fischfutter schmeckte. Im zwieten Teil von dem Siam Ding gabs Luxus pur, neben Louis Vuitton, Hermes, keine Ahnung, ein H & M, dann wieder Maserati Shop, ein Mc Laren steht in der Auslage, Rolls Royce stehen rum, dann wieder ein Gschäft mit Nintendo-Luftmatrazen.

BKK3-Tempel

Als ob das nicht genug Wahnsinn wäre, besuchen wir das MRT Center und kämpfen uns durch Hektar von Kitsch, Gwand, Elektroschrott. Das grüne MRT Maskottchen rennt rum, umringt von zwei MRT Trullas die so Zuckerstangerl verteilen. Enough, same same, Ausgang suchen was gar nicht so einfach war. Draußen ins nächste Tuk Tuk mit Kamikaze Fahrer und für 300 Baht geht’s ne halbe Stunde in halsbrecherischer Mission zu viert retour zur Khaosan.

Thomas und Eva gehen heim duschen, wir gehen zur Bob Marley Bar auf ein großes und ein kleines Leo und müssen an daheim denken.

Retour ins Hotelresti auf ein Weihnachtschang, duschen, und auf zum veganischen Inder am Ende der Khaosan. Sehr nett, angenehm und leider überraschenderweise kein Seafood. Großer Reiseführer Streit. Die Gruppe trennt sich. Wir suchen die Brick Bar weil das Internet gsagt hat das wäre ne tolle Live Bar. Wir findens nicht und so ein Keilertyp von nem anderen Lokal erklärt uns den weg hin. Sehr nett, wir sind baff.

An der Tür Ausweis- und Taschenkontrolle und wir sind drinnen im kältesten Rockklub der Welt. Es hat 14 Grad, saukalt, wir frieren. Als einzige Touris bestellen wir standesgemäß ein teures Bier, als einzige. Die anderen saufen Kübel und haben Literflaschen Schnaps stehen.

Die eine Kölnerin weist uns nen Platz direkt am Bühnenrand zu, das 3er Päarchen neben uns macht Selfies, kudert, sauft Wodka-Theoplex, ein vietnamesischer Doktor Schniedi wird betatscht.

Die Band legt los, 8köpfige gute Ska-Kombo, allen ises wurscht. Der 14 Jährige Gitarrist tschickt, der Trompetentyp sauft Kübel, der Bassist Chang ausm Plastiksackl.

Weil wir halb erfrieren brechen wir die Mission ab, trinken im Hotel noch ein Gute Nacht Leo und einen Strawberry Daiquiri, buchen den Trip nach Koh Mak für 1150 Baht pro Person, machen Weihnachtsfotos für daheim und gehen schlafen.

Freitag 25. Dezember 2015

Bangkok – Wild Orchid

Frühes Erwachen, gang zum Morgenkaffee. Dort gabs großes mehrteiliges Drama, verteilt auf mehreren Schauplätzen. Ein Besoffener mit seiner Thai Freundin, beide ziemlich bedient, er kann nicht zahlen, is zu fett vom Bankomat was abzuheben, sie schreit ihn an, er hebt 200 Baht ab, sie schreit ihn an, er vergisst PIN, sie schreit ihn an, er fliegt halb vom Bankomatpodest runter, sie schreit ihn an, er will gehen, sie rennt schreiend hinterher, er findet Klo nicht mehr und rennt Richtung Pool, Kellner hinterher, sie startet ihre Mopeden und nach einigen Diskussionen steigt er hintendrauf und is weg.

Parallel rennt ein total restfetter blader Engländer mit einem Sons of Anarchy Leibal und einem hochroten Schädel ausm Hotel raus, die hustende Reisebürofrau brüllt in schrillem Ton irgendwas hinterher, er hält sich voll die Ohren zu und geht weiter, sie erreicht ihn und erklärt dass er seinen Pass an der Rezeption liegen hat lassen. Er kapiert, hält sich weiter die Ohren zu weil sie so schrill brüllt, er erklärt ihr das wär ja deppat weil den Pass braucht er ja noch.

Der Szenenapplaus des Publikums war jeweils verhalten aber es war sehr kurzweilig.

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Inzwischen ist es fast mittags und bis alle fertig geduscht/gefrühstückt haben ist es beinahe halb zwei als wir zum Markt aufbrechen. Eigentlich hätte es Weekend Markt werden sollen, wie im Vorjahr, der hat aber dooferweise nur Samstag und Sonntag geöffnet. Deshalb wird’s sein kleiner Bruder namens Phahurat Market. Mit nem netten alten Tuk Tuk Typen mit Königsleibal geht’s um 130 Baht und no-stop directly sir zum Ziel.

Stoffe. Und zwar Unmengen, Wir marschieren rum, wenigstens sind wir die einzigen Touris. Das ganze Ding ist einfach ein riesiger, nicht endend wollender 1 Euro Shop. Nur Krims Krams. Ich erstehe nach längerer Diskussion eine Spongebob Rastafari Unterhose für 49 Baht.

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Nach ein paar Runden wird’s uns zu doof, wir erklären einer Frau die aussieht wie Grace Jones den Weg zu nem sitzenden Buddha. Wir sind offenbar in Chinatown weil alles so chinesisch aussieht.

Die Mädels entdecken den nächsten Shopping Tempel. Der hat auf sechs Stockwerken drei Arten von Geschäften: gefälschtes Star Wars Zeugs, Brautmoden, Waffengeschäfte. Ganz oben gabs einen Food Corner mit Karaoke und wem die Reizüberflutung noch nicht reicht, im Fernseher lief irgendeine schräge Army-Game Show. So wie Popstars, nur statt Dieter Bohlen sitzt der Armeechef bewertend rum.

Aber leckerstes Seafood, plus Suppe für 50 Baht. Wieder raus aus dem Ding und rein ins nächste riesige Krimskramsgschäft mit gefälschten teuren Taschen.

Uns reichts, wir marschieren Richtung dem nächsten Tuk Tuk. Doch dann: Luis entdeckt das Thomann Viertel! Aus ner Seitengasse dröhnts bedrohlich raus, ein Tontechnikklumpertgeschäft nach dem anderen. Gefälschte Mackie und Soundcraft Mischpulte (12 Kanal, circa 6500 Baht), eingeschweißte dbx Eqs, LED Wahnsinn, EV Anlagen mit Nexo Tops… Dann gabs auch so nen Supermarkt mit nem riesigen Behringer Stand (etwas teurer als bei uns sogar), Superlux gabs auch und eine schwindliche digitale Rodel für 60.000 Baht wo die Fader schon beim Anschauen rausgflogen sind. Und ein Sortiment an Glitzerfunkgurken für 2500 Baht.

BKK8-Glitzermikros

Wieder raus, an der Ecke reparierns biertrinkend alte LCD Fernseher. Tuk Tuk zur Khaosan retour für 100 Baht. Thomas und Eva gehen in ihr veganes Beisl, wir spazieren retour, bestellen ein Riesensandwich welches liegen bleibt, spenden nem Sandler den frisch erstandenen Kukuruz drink und gehen heim duschen und uns schick machen.

Dazwischen plaudern wir mit nem alten gemütlichen Bayern der sich vor ein paar Jahren ein Haus für 40.000 Euro bauen hat lassen auf nem Grund dem nen Typen gehört der ihm noch Geld schuldet. Wen man Genehmigungen braucht muss man nur mit dem Polizeichef Saufen gehen. Seine 4km Wasserzuleitung durch den Dschungel wurde trotzdem abgelehnt und jetzt hat er irgendein Regenwasser Problem, bla blabla.

Ich borg mir bei der Rezeptionistin ihre Schere aus. Als ich sie ihr wieder zurückbringen möchte schreckt sie hoch und schaut ganz bös. Ihre Freundin nebenan erklärt dass sie dachte ich wolle sie abmurksen.

Auf dem Abendplan steht noch der Besuch der Skybar beim Fort wo man auch im Farrang Style reindarf. Wir bekommen kaum noch Platz, werden geseated. Ein Beamer projiziert die Pinguine von Madagaskar und im Eck spielt ne nette Band als human jukebox Wünsche die ihnen auf Zettel gereicht werden.

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Über das plötzlich dagewesene Jazzfest beim Fort marschieren wir heim. In einem Straßencafé fliegt ein Engländer mitsamt dem halben Tisch um.

Im Hotel noch eine Abschiedskokosnuss und gegen halb 12 verabschieden wir uns aufs Zimmer.

Samstag 26. Dezember 2015

Bangkok – Wild Orchid, Koh Mak – Monkey Ressort (Wild Orchid 1100 Baht pro Nacht, Monkey 600 für Holzbungalow, 1500-2000 für gscheiteres Häuschen)

Wecker läutet um sechs. Es ist stockfinster. Das Hostel gegenüber spielt sogar in der Früh schon diesen beschissenen Keyboard Loop der offenbar wirklich 24/7 durchrennt und mich mittlerweile auch außerhalb der Khaoson verfolgt.

Wir schmeißen den Rest in die Koffer, verstopfen das Klo und checken aus. Die Rezeptionstante will nochmal das Zimmer kassieren, zum Glück hab ich die Rechnung in weiser Voraussicht nicht weggeworfen.

Ein letzter Paradise Toast und um Punkt Acht fährt ein Typ im Moped vor und brüllt „Koh Mak! Koh Chang!“.

Wir freuen uns schon und folgen ihm unauffällig zu dem Pimp my Ride Busparkplatz. Heuer gibt’s sogar Wlan und gemeinsam mit Rogerator mach ich die Bangkoker Portalwelt grün. Abfahrt gegen Neun nachdem endlich alle da sind. Dann wars fad recht lang, überall riechts nach Füßen und wir googeln Hurtigruten Reisen nach Norwegen.

Nach drei Stunden biegt der Pirate of Scania ganz brav auf die Gegenseite und wir fahren ein Stück retour zu ner grindigen Raststation die offenbar am meisten geschmiert hat. Trotz Hunger gibt’s Hungerstreik, und kurzes Plauscherl mit Rogerator.

Die Kilometer schleichen so dahin, hinten im Bus sitzen alternative Franzoseneltern mit zwei schrecklich lauten Kindern. Ein Polizeimoped hält uns auf und fragt den Fahrer irgendwas. Ich dachte schon es geht um die Fischsoße die ich seit Wochen im Koffer schmuggel.

Um Drei biegen wir endlich runter nach Laeng Ngpop, zum Koh Chang Ferry Pier. Schlange am Männerklo, Kuddelmuddel, der Kofferausladetyp meint er kümmert sich ums uns da unser Speedboat von nem anderen Pier fährt.

Dann brüllt die Dame im Eck „Koh MAAAAK!“, drückt uns zwei Kaaszettel in die Hand und meint sie hat ein Taxi gerufen und ihr Busunternehmen ist super und führt uns für 350 retour zur Khaosan.

Dann kommt ein Pickup mit dem Kofferausladetypen und wir düsen zum nächsten Pier wo schon ein Haufen anderer Farrangs warten.

Speedboot ist da, Panan Boot oder so. Bummvolles Boot, kreuz und quer Gepäck, Rettungswesten, holländischer Star DJ mit Technics Tasche.

Koh-Mak1-Insel

Ankunft in Koh Wai bei dem schrecklichen Ressort vom Vorjahr. Nicoles Rucksack wird ausgeladen. Wir laden ihn wieder ein. Auf zum nächsten Pier. Nicoles Rucksack wird ausgeladen. Wir laden ihn wieder ein. Ich bleib dann gleich draußen sitzen, den Boottypen ist alles wurscht, Hauptsache wir geben Ruhe. Voll schöne Bootsfahrt noch mit Vollgas, links Gewitterfront, rechts Sonnenuntergang. Nach viel zu kurzer Zeit erspähen wir den Koh Mak Pier in der Ferne. Nicoles Rucksack wird ausgeladen und wir marschieren den Holzpier entlang Richtung Parkplatz. Ein Typ rammt den Monkey Jeep, dem Monkey Typen ises wurscht.

Abfahrt Richtung Ressort, wir kennen uns noch voll aus und erinnern uns an jede Kurve.

In der Rezeption trohnt Mr. Monkey, erklärt uns alles sehr gemächlich und quatscht hauptsächlich über sein tolles Silvesterbuffet.

Wir bekommen Hütte B2, hauen Zeug rein, erste Käfer/Kakerlake gesichtet die irgendwo verschwindet. Mr Monkey schaut überrascht und mitleidig zugleich und meint nach längerer Pause wir könnten morgen Zimmer wechseln. Er folgt uns in die Hütte und lauscht minutenlang starr dem Kakerlakengeraschel im Gebälk. Dann meint er mit dem Brustton der Überzeugung es handle sich nur um nen Käfer und ich schnorr Pickband um die Spalten in der Wand abkleben zu können damit das Viech in der Wand bleibt.

Dabei läge unser Bungalow wunderschön in der ersten Reihe und ist sogar erhöht im Gegensatz zum Alten.

Koh-Mak4-sonnenuntergang

Noch einen kurzen Blick vom Sonnenuntergang erhascht, Abmarsch zur Hauptstraße auf der Suche nach Essen. Finden THE CHILL mit Happy Shakes für 200 und ansonsten vernünftigen Speisepreisen. Für 500 Baht gibs dann noch Nachschlag, wir plaudern mit dem Chefe über Bangkok, Indien, Polizeichefe, verlassene Ressorts.

Beim Supermarkt Wasser erstanden, dann auf zur Monkey Bar zur großen Krabbenshow. Folgendes Krabbenprinzip haben wir erkannt: Irgendeine Hacklerkrabbe gräbt ein Löchli. Dann kommt ne andre, sie streiten, die andre setzt sich rein. Sie holt mehr Sand um die Löcher der Nachbarn wieder zuzuschütten. Irgendwann kommt noch ne größere Krabo und vertreibt die wieder und das Spiel geht von vorn los. Ab und an kommt ein Hund und bringt Chaos ins Krabbenprinzip weil alle davonrennen und ihre Löcher im Stich lassen. Und am Ende kommt ein Engländer und hatscht mitten drüber und alles ist kaputt. Wir entdecken Parallelen zur Arbeitswelt von Vietnam. 

Es spielt ne ziemlich schlechte Live Band die altbekannten Klassiker. Danach ist wieder Lounge Mucke über die phasenverkehrten Behringer Nachbauboxen.

Nach zwei Leo (von Leopard und nicht vom lateinischen Löwen) spazieren wir durch die Nacht in unsren Käferbungalow, sprühen alles mit Gift ein und betten uns in unsren verfärbten Hüttenschlafsäcken zur Ruhe.

Ich hab selten so gut geschlafen wie heute.

Sonntag 27. Dezember 2015

Koh Mak – Monkey Ressort

Trinktag! Ein Leo gibt’s zum Frühstück als Nicole kurz nicht hinsieht. Ansonsten fresh coffee und einen pineapple shake.

Der Chefe zeigte uns unsren neuen Bungalow – C12, links vom Resti, in der dritten Reihe. Wir schleppten unser ganzes Klumpert hin und als wir begannen uns häuslich einzurichten meinte monkey boy er hätte noch nen andren in der zweiten Reihe. Wieder alles hinschleppen. Dafür schönes Hüttchen mit Air-Condition die wir nicht brauchen, einem Ankleideeck im Badezimmer und einem Abfluss der ins Nirvana endet und nicht gscheit abfließt. Dafür weitgehend Käferfrei, nur ein Schnecko im Bad und ein 1000Füssler an der Wand die beide auschecken mussten.

Spaziergang übern Strand zu dem Bücherressort da uns langsam der Lesestoff ausgeht. Blöderweise war noch Flut und wir wateten – hüfthoch im warmen Wasser – an Kalmen entlang zum nächsten Ressort. Bücher gabs eh keine gscheiten, dafür lecker Shakes und Frühstücksreis mit Shrimps und Zeug. Vögel fressen hier aus der Hand und ein alter Typ mit Knollennase schenkte allen anwesenden Damen selbstgebastelte Muschelketten. Dann entdeckte er einen Freund im Union Jack Tshirt und war abgelenkt.

Koh-Mak1-Schauckel

Die Sonne strahlt, es hat über 30 Grad und das kristallblaue Wasser bestimmt 40. Wir marschierten retour und dann war der Tag fast schon wieder um. Cocktails beim Monkey, schwimmen gehen und als sich der Hunger meldete marschierten wir die Hauptstraße entlang auf der Suche nach Seafood BBQ. Wir hätten fast ne Luftmatratze gekauft, erkundigten über die aktuellen Fahrradkurse und landeten im Lokal wo wir schon im Vorjahr zu Mittag speisten.

Wir schnappten uns den Aussichtstisch mit Seeblick – blöd nur dass es stockdunkel war. Dann folgte ein Aufmarsch diverser Katzen und Hunde die mit uns auf den leckeren Fisch für 350 Baht warteten der ewig nicht daherkam. Auf der Speisekarte stand ein Gericht namens Unknown. Vielleicht nächstes mal. Nicole hatte nen Fleischspieß – das erste mal Fleischi.

Wir wollten nen Bucket trinken und fanden ne total nette Moonbar die stark an das erste Tschecherl in Koh Chang erinnerte. Wir tranken den Hauscocktail und lauschten Geschichten über mörderische Tausendfüßer und schauten uns die von einer Qualle verursachten Verbrennungen an einem Engländerinnenfuß an.

So ein alter Typ packte seine Gitarre aus und nachdem ein Kabel organisiert war spielte er genialen aber faden Blues. Bevors ernst wurde und mein musikalisches Genie enttarnt werden konnte verabschiedeten wir uns und gingen in die monkey bar wo heute wenig los war. Der Kellner wurde erneut von irgendwelchen Schweden wegen Gras gefragt und war total entrüstet obwohl auf seinem schicken Kapperl riesengroß DOPE oben stand.

Besagte Schweden plauderten dann noch mit uns und waren entsetzt dass in ihrem Klo ein Frosch saß. Mein Gott… Da sie am Vortag besoffen waren als sie in Kambodscha waren, haben sie auf Ankor Wat verzichtet, diese Banausen.

Wir verabschiedeten uns höflich wie wir sind, tranken noch ein Gute Nacht Chang auf der Terrasse und gingen Heia.


Montag 28. Dezember 2015

Koh Mak – Monkey Island Ressort

Fahrradausflug! Weil wir so tolle Bungalows haben für 1500 Baht gibt’s sogar gratis Frühstück. Zwei Spiegeleier, zwei Scheiben Toastbrot, ne Wuuurst und zwei Scheiben seltsamen Schinken sowie Instant Coffee Ende nie.

Kopfweh, hilft alles nix, heut stand Radfahren auf dem Programm. Wir gingen zur Holzhütte unseres Vertrauens, schlugen erneut die Luftmatratze aus weil der Typ mit der Pumpe immer noch nicht da war und borgten uns dafür zwei Schrott Räder für 200 Baht aus.

Auf gings zur Orientierungstour, Richtung Tempeeel und zum Pier der letztes Jahr noch gebaut wurde. Weiter mit Bergwertung Richtung Landesinnere und als die Straße endete standen wir im Banana Ressort und tranken Coconut- und Bananen Shake.

Koh-Mak2-Panorama

Jack Johnson lief und wir wurden zur Gipsy music night am Abend eingeladen. Wieder retour, zu nem anderen Ressort oder Wohnhaus, Hügel rauf Hügel runter, ein paar verlassene Bungalows im Wald entdeckt.

Inzwischen waren wir schon am östlichen Zipfel angelangt, schlugen das angebotene Huhn in der Mülltonne aus und gingen ne Runde schwimmen.

Dann wieder alles retour und grad weiter zu dem Pier wo uns das Panam Boot vorgestern rausgeschmissen hat. Pad Thai gefuttert, in die Gegend geschaut und wieder rauf aufs Radel Richtung monkey.

Nicole gibt ihr Fahrrad ab. Die Riverside Bar zeigt um 22 Uhr den neuen Star Wars Film. Ne Runde schwimmen gehen gegen Schwitzi, duschen wegen schwimmen gehen und, weil uns der Hintern gar so weh tat vom Radlsitz, gaben wir dem monkey Restaurant ne Chance. Es gab Kokosnuss-Suppe und einen brutzelnden Teller mit Seafood. Der schmuule Kellner hat alle Karottenscheiben in Herzform ausgeschnitten. Wir fragten monkey boy ob sein Sohn noch mit Andrea zusammen sei. Seine Reaktion war ähnlich langsam wie tags zuvor. („My son? – Pause, nachdenken, Stirn in Falten legen – No, Andrea home, hahahaha“)

Aufkommender Appetit auf Schokoladen Kuchen vom Mr. Chill. Der hatte auch noch Erdbeer Cheesekake im Angebot. Und ne cinnamon roll, zu Deutsch Zuckerreinkerle. Er erklärte uns dass die Bäcker auf Koh Mak Shit sein („sorry to say, hihi, but yes“).

Inzwischen wars fast acht Uhr abends – höchste Zeit um ins Bett zu gehen. Noch etwas lesen und dann fielen uns die Äuglein zu. Die Fahrradtour zum Sonnenaufgang wurde mir verboten.

Dienstag 29. Dezember 2015

Koh Mak – Monkey Island Ressort

Aufwachen gegen Sieben. Heute Nacht bin ich mit dem Motorrad in die Kirche gefahren und hab im Sportklubheim, in einem fensterlosen Kammerl gewohnt.

Alleiniger high-speed Fahrradausflug zu allen Ecken die ich noch nicht gesehen hab. Müllverbrennungsanlage, Einheimischen Siedlung, Big Easy Ressort, leckeren Cappucino beim Thai Vista Ressort mit Fernblick und Drohnenattacke. Wieder retour. Nicole marschiert grad taub zum Frühstück und reagiert auf keinen noch so zärtlichen WUDDLKOPF – Brüller. Nur der Typ der hinter ihr ging drehte sich um und blickte verwirrt.

Selbes Prozedere wie tags zuvor, dann Wurstfrühstück. Beschluss einer Kajakfahrt für 40 Baht zur Insel gegenüber. Doof nur dass wir erst auf halber Strecke und etlichen Streits draufkamen dass wir eigentlich verkehrt auf dem Ding saßen und es sich deshalb ständig um die eigene Achse drehte. Dann gings recht flott und wir waren auf der Nachbarinsel, leider nicht als einzige. Auch so ein Eintrittskartentyp war da und wollte 100 Baht pro Nase damit wir und unser Rasta-Kajak die Zechen ins Wasser stecken durften. Nööö, wir handelten 10 Minuten Aufenthalt aus und am Ende wollte sogar ein tätowierter Engländer für uns zahlen.

Koh-Mak5-wassertaxi

Wir stachen wieder in See, umrundeten noch die Urwaldinsel daneben und steuerten das Big Easy Restaurant mit gelben Sonnenschirmen an wo wir für 200 Baht Pad Thai und faken Thai-Eistee erstanden. Nicole hat ein Buch aus dem offenen Bücherschrank geklaut! War nichtmal gut.

Wieder auf zum Kajak und kurz drauf ankerten wir am Strand vom Monkey. Verschnaufpause, Profil auslesen (das Vorletzte!) und auf dem Weg zum Zimtschneckendealer. Da aber bei der Art Hut Frau vom Vorjahr grad so wenig los war, aßen wir hier ne Pizza und tranken den leckersten Vanille-Bananenshake der Welt. Am Nebentisch nahm ein junges Pärchen aus Kärnten Platz und wir gingen Wasser kaufen.

Dann wars Zeit für den großen Männlichkeitstest – am Vortag hab ich ne Kokosnuss vom Baum abmontiert und mit dem Vietnamesen Messer gings der an den Kragen. Klappte anstandslos – Test bestanden. Verlagerung zum Strand um den Sonnenuntergang zu beobachten und doofe Videos zu drehen.

Dann duschen, einsprühen und zum monkey auf nen Drink und Recherche wohins uns weiterverschlägt. Nix gefunden was zu 1000Prozent perfekt war. Deshalb Verlagerung zu dem Kuchenchiller auf nen komischen Shake und ein Cully.

Inzwischen wars schon voll spät, fast 10, und wir gingen heim und ins Bett.

Mittwoch 30. Dezember 2015

Koh Mak – Monkey Ressort

Boah, der Wecker läutet um acht und wir sind total fertig. In der Nacht war ich am Klo und wär auf der Muschel fast eingeschlafen.

Augen total verquollen, alles wie in Watte getaucht, sehr schräg. In Trance frühstücken gewesen, ner Dame den Weg zum Klo erklärt, Buch lesen. Gegen Nachmittag wurde es dann besser, wir gingen zu dem Wirten gleich bei uns auf Seafood und muslim curry.

Can-Tho7-Jackfruit

Am Morgen haben wir die Waschmaschine knackevoll gemacht und am Abend war schon wieder alles trocken. Hat alles 70 Baht gekostet.

Dann war eh schon wieder Zeit der Sonne baba zu sagen und um zum Seerestaurant zu gehen auf gegrillten Kukuruz.

Dann wars eh schon acht und wir gingen schlafen.

Donnerstag 31. Dezember 2015

Koh Mak – Monkey Island

Um sieben allgemeines Erwachen und gemäßigter Gang zum Frühstück. Monkey boy hat fast die komplette Einrichtung verstellt damit für sein großes Dinner am Abend alles bereit steht. Der DJ hat am Vorabend schon Radau gemacht und sein Blinki Blinki Licht ausgetestet.

Im Traum waren wir in der Schul und Nicole hat mich wegen irgendwas verpetzt.

Gemütlich Kaffee trinken, Facebook Blödsinn schauen, American Breakfast futtern. Nebenbei schauen wies weitergeht. Wir buchen über Agoda die Blue Sea Bay irgendwas Ressort auf Koh Chang, schon im Norden der Insel. Knappe 200 Dollar für 5 Nächte, wir sind gespannt.

Wir fragen an der Rezeption ob wir Klopapier haben könnten. Sie fragten „Why??“.

Zwei Liegen ergattert und uns breit gemacht. Die engländische Familie kommt angerannt und monkey boy schüttet über alle Essig drüber – Jellyfish attack! Monkey Boy erklärt dass vorm Ressort im Wasser keine Gefahr besteht weil Privatstrand.

Mittlerweile wars fast Drei, Zeit um in Partystimmung zu kommen. Deshalb gehen wir zu unsrem Mr. Chill und unter seinem brüllenden Gelächter bestell ich einen Kübel Samson Cola. („Bucket? Hahahaha!“).

Kam in einem Humpen und war gar nicht so grauslich wie erhofft. Er macht heut Abend nix. Wieder retour und irgendwie sind wir aufgeregt – ist doch heut die große Monkey Silvester Sause für 700 Baht pro Nase. Da der Fisch gegenüber bloß 350 verlangt freuen wir uns auf das phatteste seafood Buffet ever. Wir waren ganz kribbelig, machten uns schick und kurz nach sieben saßen wir auf unsren zugewiesenen Plätzen direkt neben der Bühne. Der Host des heutigen Abends war Pyama-man, aka der Typ mit der Fahrradhose, der ja seit gestern die zwei Lautsprecher und die zwei Mirkos aufgebaut hat sowie ein paar tolle Blinki Blinki Lichterer die die zwei Palmen farblich penetrieren.

Koh-Mak3-Blauer-Abend

Zuerst zwei Kinder mit Klarinette und Saxophon die den ganzen Nachmittag bereits gedudelt haben. Das ganze hatte eher was von einem Trauermarsch, das gespannte Publikum war mucksmäuschenstill, aber eher wegen dem Flashigkeitsfaktor, nicht weil die Dissonanzen so ergreifend waren. Pyama-man saß still in seiner Ecke und sah auch nicht sehr begeistert. Dann kam das Kellnermädchen in güldenem Kleid und hielt ne Kerze hoch. Im Anschluss kam Pyama-mans Tochter die Happy Birthday sang während der Pyjama was anderes auf seiner Ukulele spielte. Die örtliche Schule lies sich auch nicht nehmen ne Tanzperformance hinzulegen. Es folgte der Versuch einer Bolognese und dann wurde das Buffet eröffnet. Gar nicht mal so gut, die Teller waren aus, BBQ Seafood gabs auch nicht. Als Obst nur Nicoles Lieblingsfrucht. Wir waren durchaus enttäuscht.

Um 10 war dann alles aus, die Barfrau verkündete es ginge weiter in der Monkey Bar. Licht abdrehen, zusperren. Um 1400 Baht hätten wir uns fast sechs so Rumkübel beim Chiller kaufen können und wären silvestermässiger drauf gewesen.

Wir überlegten echt schlafen zu gehen, die innere Partystimme siegte und wir zogen weiter zur Bar wo die selbe Band wie jeden Abend die selben Lieder dudelte. Nur „Wonderful tonight“ fehlte. Pyama-man spielte auch wieder ein paar selbstgedichtete Lieder, irgendwas mit „Hello Europeans – hihi – happy in Thailand – have a massage and a beer – we learn English for you“. Alles irgendwie gar nicht so toll. Dann wars endlich Zwölf und die Nachbarn vom Monkey machten Feuerchen im Himmel und ein paar so Wetterballons wurden freigelassen. 10 Sekunden nach 12 wurde Nicole von einem Nachtfalter heftigst umworben. Die Krabben feierten offenbar woanders Party und ein Mutantenkäfer versteckte sich vor den ganzen Feierlichkeiten unter nem Styroportrum.

Gegen 1 hatten wir genug gefeiert und gingen schlafen.

1. Jänner 2016

Koh Mak – Monkey Ressort

Aufwachen ohne Kopfweh, American Breakfast, am Strand liegen und Cry Baby auslesen. Schwimmen gehen mit Obacht wegen Jellyfishen, die Lesben beobachten wie sie Paddeln gehen, Köhlmeier anfangen. Die Tage zählen wie lang wir noch Wien fernbleiben können.

Irgendwann wars auch schon wieder Abend, ich verspürte einen dringenden Drang nen Fisch zu verspeisen. Die ganzen BBQ Restis waren irgendwie nicht ganz so vertrauenerweckend und bei der Obstfrau die heuer auch den Griller anwarf wollte uns keiner bedienen.

Can-Tho16-Gitarre

Drum wieder zum Wirten gegenüber auf nen Teller Scallops, nen 300 Baht Fisch, garlic bread, Kartoffel und Kukuruz.

Sehr lecker und es kam die übliche Katzengang schnorren die davor nen Gecko gefuttert hat. Wir zahlten 850 Baht und marschierten traurig retour.

Die letzte Nacht beim monkey in unsrem schönen Bungalow. Sogar die 1000Füssler waren traurig und kamen sich verabschieden. Einer starb sogar vor Gram unter dem Nachtkastl.

2. Jänner 2016

Koh Mak – Monkey Ressort, Koh Chang – Blue Sea Ressort

Abreisetag. Traurig. Am Vortag schon den Großteil in den Trolley gepfeffert. Auf zum Frühstück – American Breakfast Set. Um 11 sollen wir fertig sein hat monkey boy gmeint. Foto vom Zimmer machen, die Fliesen ein letztes mal bewundert, Halb 11 standen wir schon beim Chefe und rechneten ab. 14000 wollte er anfangs, nöö, dann doch knappe 11 weil der Thai-Hirschpfosten die Anzahlung klarerweise vergessen hatte.

Sechs Leute wären auf dem selben Boot – das Shuttle zum Pier folge ihn Etappen. Kurz vor 11 stand Fahradhosen-man vor uns und meinte es wäre soweit, lud uns mit 4 anderen in den bunten VW Bus mit dem abgeschnittenen Dach, zähle nochmal durch, lachte doof und düste los.

Alle waren traurig und fast alle tranken ein Abschiedsleo in der Italay Bar am Pier. Dann legte auch schon das Holzboot an und lud einen Haufen neuer Spackos aus die auf Koh Mak Urlaub machen durften. Wir trotteten zum Boot (Koh Mak – Koh Chang 400 Baht und circa zwei Stunden Fahrt) und freuten uns als wir Käptn Holzpenis sahen! Er freute sich auch sichtlich, wurde offenbar befördert und durfte heuer sogar reden. Es gab Free Taxi Service und er kritzelte irgendwas unleserliches auf nen Kaaszettel und wünschte ein frohes neues Jahr. Alle waren sichtlich verwirrt.

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Dann legten wir ab, die Schiffsschraube wirbelte Sand auf, der Skipper versuchte sich nen phatten Fisch zu angeln. Gitarre klimpern, Leo trinken, ins Meer aschen. Besuch der adventure Toilette. Nach viel zu kurzer Zeit legten wir bereits in Koh Wai an, luden Touris aus und andre ein. Ein Kind weinte als ihm Käptn Holzpenis behilflich sein wollte. In der Ferne tauchte bereits Koh Chang am Horizont aus und nachdem die letzten Kokosnusskekse gefuttert waren die die Ameisen noch übrig gelassen hatten legten wir bereits am Pier von Bang Bao an.

Ne Holzplanke wurde an Land geworfen, Koffer, Taschen und Kinder rübergeschupft und wir stapften durch den Shopping Pier mit lecker Fisch, den nervigen Holzfröschen, Fetzengschäften und Restaurants mit den absurdesten Fischen in den Aquarien.

Am Ende des Piers stand Käptn Holzpenis und befahl uns zum wartenden Bang Bao Taxi zu gehen. Koffer aufs Dach, wir durften vorn im Pick-Up sitzen, alle anderen auf der Ladefläche. Der Fahrer war circa 16, fuhr ständig mit dem falschen Gang Hügel rauf und Hügel runter, bemerkte die nervös blinkende Ölwarnanzeige nicht und irgendwann blickte er verstohlen aus dem Fenster, hielt den Wagen an, meinte „Sorry, 10 minutes“ und rannte weg.

Wir stiegen aus und sahen dass der eine gepimpte Vorderreifen total platt war. Hmm, warten, schauen, aufs Klo gehen.

Koh-Chang1-Ortstafel

Er holte profesionelle Hilfe, und zwar seine Freundin mit Baby und kleinem Kind das mir auf den Fuß rotzte. Nach ner halben Stunde hatte er den Reservereifen unterm Auto entdeckt und wir konnten weiter. Die ersten wurden ausgeladen und bald waren wir an der Reihe. Blue Sea Ressort auf Klang Phrao Beach, weit im Norden von Koh Chang.

Wir wurden Empfangen von der resoluten Rezeptionsfrau, nem Taliban und nem verschwitzten alten Mann mit Käppi. Einchecken, Zettel ausfüllen, Frühstückbons einkassieren, 300 Baht Schlüsseleinsatz.

Taliban und sein Freund führten uns zu Bungalow No. 6. Die Anlage war voll schön, 16 Häuschen mit blauem Dach, malerisch um einen See mit entsprechenden Rosen gereiht.

Im Zimmer ein paar Spinnweben, dreckiges Klo, verlassene Insektennester und Staub. Dafür Fernseher und Kühlschrank und Klima.

Der Taliban erklärte uns den Weg zum Strand, wir gingen durch die Quartiere der Dienstboten und erreichten ein kleines Flüsschen welches im Meer endete.

Aufkeimendes Hungergefühl und ins erste Resti eingefallen. Irgendwie erinnert alles ein wenig an Bibione – ohne jemals dort gewesen zu sein. Lauter tätowierte Touris die abwechselnd Kajak fahren und saufen, Plastikrestaurants mit mehrsprachigen Karten und überall gibt’s Burger und Pizza. Und Russen.

Ein Original Club-Sandwich gefuttert und weiter marschiert, bis der Strand zu Ende war, die Sonne langsam unterging und wir ein nettes Fleckchen entdeckten wo wir den Sonnenuntergang genossen.

Dann wars stockfinster, ich hatte dooferweise nur die Sonnenbrille mit und blind suchten wir uns einen Weg auf die Hauptstraße retour wos zum Glück nen Fußgängerweg gab wo wir schwerer überfahren werden konnten. Der Ort hat echt Bibione-Style, nur seltsame Gschäfteln, Pizza- und Kebapstandeln, Nachwuchspuffs, Bankomaten und Taxis ohne Ende.

Wir kauften rasch beim Tesco ein, schmissen alles ins Zimmer, und marschierten in die andre Richtung auf der Suche nach einem Mäci. Gabs zum Glück nicht, dafür ein nettes Seafood BBQ Restaurant neben einer Tankstelle. Nettes Service, Bier gibt’s ab Pitcher-Größe, nur leider war das ganze gegrillte sehr zaghaft durch. Trotzdem lecker und nicht zu teuer.

Wir marschierten wieder heim, saßen noch auf unserer schicken Terrasse, lauschten dem Getier und gingen gegen 11 ins Bettchen ohne Moskitonetz.

Sonntag 3. Jänner 2016

Koh Chang – Blue Ressort

Aufwachen um acht nach einer ganz angenehmen, ruhigen Nacht. Wir sind zum Glück recht allein im Ressort. Frühstück gibt’s bis 10, wieder American Breakfast Set dafür halbwegs gscheiter Kaffee.

Wir treffen ne neue Kölnerin, Yvonne, die aber gar nicht serviert sondern auch zu Gast ist. Ihr Freund ist vor einem Jahr gestorben, sie arbeitet bei RTL und sucht wohl ein wenig Abstand von daheim. Traurig. Außerdem hat sie Durchfall und ihr Klo ist grad explodiert.

Koh-Chang6-View

Wir machen uns strandfein, marschieren wieder dem Geheimgang entlang und den ganzen Strand entlang bis wir uns im Endeffekt wieder dort hinlegen wo wir gestern der Sonne baba sagten. Schwimmsi, Versuch den Fluss zu überqueren weils drüber viel schöner aussah, Liegen eines fremden Ressorts besetzen was jedem wurscht ist. Köhli lesen, Massage für 300 Baht, Kokosnuss schlürfen. Dann Richtung Stadt in Mission Wasserfall und Bangkok. Nix gefunden, dafür Bob Marley Fanshop mit Katze und nettes Thailokal mit Futter.

Zwischenstopp daheim, duschen und wieder raus spazieren gehen. Ein paar Shops abklappern, Bob Marley Nähmaschinenbar entdeckt, Chilis und komische Soja-drinks gekauft, Kaffeehaus entdeckt mit Zimtschnecken die teurer waren als die von Mr. Chill. Unsre Hotelchefin erklärt ne Taxirundfahrt durch Koh Chang würde 4000 Baht kosten, aber der Wasserfall wäre gleich ums Eck. Außerdem ist ihr Hund grad gestorben und ihr neuer ist erst einen Monat alt und zuckersüß. Der Taliban ist ihr Haberer und unter seiner Uniform gar nicht mal schiach.

Ein Taxler würd uns für 150 Baht pro Nase nach Bang Bao führen. Touri-Infos abgeklappert, irgendwie ist doch alles recht teuer. Außerdem sagt Google seit Tagen einen Regenguss voraus.

Wir marschieren heim, es ist fast 22 Uhr. Die kochenden Asiaten gegenüber sind ausgezogen, dafür gibt’s jetzt saufende, brüllende Russen. Schlechter Tausch. Nicole haut sich ne Schlaftablette rein, ich schau Austin Powers. Davor lief Into the wild im Thai Fernsehsender.

Montag 4. Jänner 2016

Kho Chang – Blue Ressort

Aufstehen um acht, zum Frühstück torkeln, irgendwie dauert alles länger. Nach dem vierten Versuch kapiert die Kellnerin dass wir auch Frühstück wollen. Die Tischdecke vom Buffet ist neon gelb was den roten Waldameisen besonders gut zu gefallen schien.

Google hat wieder mal extrem schiaches Wetter angesagt – deshalb freuten wir uns auf einen neuen Tag voller Sonnenschein. Wir spazierten raus aus dem Ressort und Richtung links weil google meinte dort wäre ein schöner Sandstrand. Wir kamen an ein paar extremst unsexy anmutenden Bumslokalen vorbei wo jeweils ein fetter Typ ohne Leibal saß. Es gab auch eine Bikerbar mit riesiger Deutschland Flagge, einen Abenteuer Spielplatz mit diesen riesigen Plastikkugeln zum reinkriechen und eine plattgewalzte Schildkröte die sich wohl verlaufen hatte.

Als wir bereits den Nachbarort erspähten fanden wir ein nettes kleines Kaffestandl. Wir bestellten zwei Eisteekübel (Cha Yen heißt dieser orange Thai-Eistee) für jeweils 25 Baht. Dann weiter zu nem Bookshop und nem riesigen Supermarkt wo es Bulgarian Yoghurt zum Zähne bleichen gab sowie Packungen auf denen Fette Biscotta stand. Euro Cake gibt’s eh überall.

Koh-Chang4-Klomann

Wir bogen dann bald mal links Richtung Strand ab weil google meinte wir müssten dort hin. Am Ende der Straße betraten wir ein Geisterressort welches angeblich ausgebucht war, von einem schwulen Indianer geleitet wurde der seinen Minihund spazieren trug.

Wir waren die einzigen Gäste, bestellten Tee der uns nach ein paar Schluck wieder entrissen wurde weil irgendwas mit der Milch nicht stimmte. Das Resti lag direkt am steinigen Strand und wir gingen kurz planschen und Schnorchler beobachten. Wir besetzten alle Tische mit unsrem Zeug, lasen Köhlmeier und irgendeinen gefundenen Schundroman und irgendwann spazierten wir weiter zur Bob Marley Bar die aber leider geschlossen hatte. Der Besitzer rannte uns nach und lud uns zu seiner großen Jam session am Mittwoch ein. Da wir keine Ahnung hatten welcher Tag heute war konnten wir nicht 100prozentig zusagen und jam session klang auch eher nach einer Drohung. In der Gegend dort war irgendwie nichts, schiache Bungalow Siedlungen mit Müll und kaputten Wellblechzäunen. Außerdem fuhr ein schwarzer Mafia Mercedes an uns vorbei.

Wir spazierten wieder retour und kamen rechtzeitig zum Sonnenuntergang an den Strand. Nicole meinte der Thaibub neben uns mit den zwei Thai Mädels wär doch erst 12 und dürfte noch gar keine Marlboro rauchen. 10 Minuten später kam dessen Vater und sie plauderten auf Deutsch.

Bisi Sport machen, der Sonne Baba sagen und wieder retour, duschen und einsprühen. Restaurantwahl fürs Abendessen. Wir gingen zum Obststandl, bestellten großen Squid für 300 Baht und Wasser. Neben uns saß Andrea Händler. Dann weiter, die Mission lautete Tagesausflug. Der eine Typ meinte das wäre voll teuer, 1200 Baht. Drum zu der verwirrten Masseuse mit Zahnspange die auch ein paar Kataloge liegen hatte. Wir buchten für 850 eine Inselrundfahrt für den folgenden Tag. Sie war erfreut und noch mehr verwirrt und wir spazierten Heim. Die Russen waren heut halbwegs friedlich weil sie den ganzen Tag aus Alufolie irgendwas gesoffen haben.

Yvonne ist in den Bungalow neben uns gezogen und war sehr still.

Dienstag 5. Jänner 2016

Koh Chang – Blue Ressort

Ausflugstag! Wecken um Sieben und Abmarsch zum Frühstück welches wirklich schon kurz vor Acht für uns bereit war. Um 8.15 kam dann so ein vollbesetztes Pick-Up Taxi mit einem stummen Guide und wir fuhren los. Erste Station: Aussichtspunkt. 5 minutes time for photo. Dann weiter zu nem chinesischen Temple wo Nicole leider nicht rein durfte. Jemand zündete ein Feuerwerk, die Tempelhunde die gleichzeitig die Parkplätze besetzten zuckten keine Millisekunde dafür erschraken alle Touris. Weiter gings in den Norden, am Fähren-Pier vorbei zu einem Mangroven Wanderweg der teilweise bereits eingestürzt war. Weiter zu nem Pier den wir entlang spazieren durften.

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Dann endlich ein Highlight: Wir bogen in den Nationalpark ein, jeder zahlte 200 Baht Eintritt. Wenn man den Ranger beschimpft muss man 5 Jahre ins Häfn, Graffiti machen kostet dafür nur 500 Baht solangs keinen Buddha darstellt. „For your safety, always stay on the tail!“ mahnte uns ein Schild. Und einheimische Tiere wären auch verboten.

Koh-Chang3-Mangrovenwald

Über ein kleines Wegal wanderten wir zum Wasserfall und waren fast die einzigen dort. Erfrischendes, kühles Süßwasser. Sehr schön zum planschen und reinhüpfen. Leider nur 20 Minuten Zeit laut unsrem stummen Guide, deshalb flott wieder anziehen und auf ne Entspannungskokosnuss ins angeschlossene Resti. Weiter gings wieder Richtung retour und einbiegen bei nem komischen kleinen improvisierten Gasthaus wo jeder ne Flasche Wasser, einen Teller Reis mit morning glory und komischem Speck sowie Wassermelone bekam. Dann gings weiter zum zweiten Wasserfall ums Eck, der auch gleichzeitig so ein Fish-Spa war. Leider viele Touris, sogar Wiener! Nächster Stop: Elefantenshow, was sehr traurig war. Die Stimmung war sehr gedämpft, nur die zwei Mongolen von unserer Truppe hatten Spaß.

Koh-Chang7-Waterfall

Es folgte ein weiterer Aussichtspunkt mit übermotiviertem Parkplatzwächterranger dem man aber nicht widersprechen durfte, sonst Knast. Das Klo wurde von einer virtuellen Klofrau in Uniform bewacht, über deren Foto stand groß MAN. Letzte Station: Bang Bao. Wir verabschiedeten uns, gingen mal auf nen Kaffee zum Griechen

Anschließend in 1000Gschäfteln reinschauen, same same, Sonnenuntergang am Pier, dann was Essen bei nem schön gelegenen Resti am Pier, mit Liegen die auf ner Art Hängematte direkt überm Wasser montiert waren. Reis mit Shrimps und Curry, dazu Kokosnuss Shake und Zitronensaft für 400 Baht. Der Kellner meinte er hätte das extra voll nett für uns hergerichtet und er will ne Tschick haben.

Weiter Geschäfte anschauen, ständig die Schweizer vom Ausflug treffen. Dann Versuch ein Taxi auf der Straße aufzuhalten was kläglich scheiterte. Wieder retour zum Pier zur Taxisammelstelle und für 150 Baht wollte uns der Taxler zum Blue Laggon führen. Wir erklärten dass wir lieber ins Blue Ressort wollen.

Angekommen und gleich zu dem Tourist Information mit dem komischen Typen bei dem wir jetzt schon zum dritten mal reinkrachen, wegen der bevorstehenden Rückfahrt nach Bangkok. Er hatte vor ein paar Stunden bei nem Mopedunfall Erste Hilfe leisten müssen und war ziemlich durchn Wind. Trotzdem wäre er bereit für tourist-stuff, wie er meinte. 600 Baht, Minibus, Abfahrt 8.50 am.

Wir marschierten heimwärts, die Schlapfen vom H & M gingen am Vortag kaputt und wollen wohl hier bleiben. Rumsitzen, reden, schlafen gehen. Die Russen waren friedlich oder ausgezogen, beides war uns recht.

Mittwoch 6. Jänner 2016

Koh Chang – Klong Prao – Blue Ressort

Der letzte Strandtag. Nicole sägte lautstark Unmengen Kalmen entzwei, deshalb frühes Erwachen. Frühstück, Fernseher lief mit der komischen Casting-Show. Bei dem vietnamesischen Pendant saßen Armee Generäle anstatt Dieter Bohlen in der Jury.

Ein Adler zog gemächlich seine Kreise, der Typ nebenan zog aus, beschwerte sich über die Russen an dem ansonst so ruhigen Fleckchen und verabschiedete sich nach Bang Bao. Auch Yvonne zog am Abend zuvor weiter und hinterließ uns eine süße Nachricht auf einem Zuckerpackerl.

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Irgendwer trödelte die ganze Zeit, deshalb wurde es fast Eins als wir zum Strand spazierten. Der Strandbartyp wollte 100 Baht für die zwei Liegen die unlängst noch umsonst für uns waren, vielleicht als Strafe weil wir Getränke bei ihm bestellten. Auf der Speisekarte stand eine Viennese Pancake Soup.

Köhlmeier lesen, Pommes futtern, seltsame Kekspackungen öffnen, ein wenig planschen. Es war Ebbe, man konnte ewig weit ins Meer gehen und war nichtmal kniehoch drinnen. Ich entdeckte die Rückseite einer Plastikgitarre, von Muscheln bewirtschaftet.

Letzter Sonnenuntergang, Panoramafotofunktion am Handy entdeckt, retour zum Zimmer. N war Chefin einer Fliegengang die huldvoll ihrem Haupt folgten, geschuldet dem Eukalyptusgatsch welchen die Masseuse in ihre Haare schmierte.

Nochmal in den komischen V-Supermarkt Klump kaufen, im 7Eleven Klump kaufen, unter anderem einen komischen Männerdrink der das Wachstum fördern soll. Ich merk noch nix.

Aufkeimende Müdigkeit, trotzdem muss ein Restaurantbesuch am Strand her weil letzter Abend. Wir machten uns todschick, was gar nicht nötig gewesen wär weil zB der Russe am Nebentisch ohne Leibal da saß. Seine Frau brüllte den Kellner auf Russisch an, als der überraschenderweise nichts kapierte brüllte sie noch lauter.

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Kurz bevor mein White Snapper vom Griller angeschwommen kam, wurde das Licht gelöscht. Der Gitarrentyp auf der Bühne der eine neue Version der englischen Sprache erfunden hat, verstummte, und am Strand passierte eine Feuershow, dargebracht von vier durchtrainierten Burschen, zu der aufbrausenden Musik von Scooter der was über Fire brüllte.

In der ersten Reihe lag ein Flaffi im Sand, gänzlich unbeeindruckt. Feuershow zu Ende, Licht an, Gitarrentyp spielte seine Version von Yesterday und noch nen McCartney Klassiker.

Wir marschierten heimwärts, entdeckten ne tolle Abkürzung durchs Lokal und waren an unsrem See. Die Hotelmanagerin und ihr Talibanfreund grüßten wie immer überschwänglich. Bestern Sound ever mit meiner vibrierenden Lautsprecherbox wegen dem Holzhaus welches wir bewohnen!

Wir verschoben das Gepacke auf den nächsten Morgen, zündeten ein Räucherstäbchen an (7.000 Dong in Mui Ne) und gingen schlafen.

Donnerstag 7. Jänner 2016

Koh Chang – Blue Ressort (ca. 1600 Baht pro Nacht inkl. Frühstück), Bangkok – Wild Orchid (1.100 Baht exkl. Frühstückchen)

Frühes Erwachen, zögerliches Gepacke. Kurzer Ausflug zum Steg der inmitten des Sees führte. 7.45 waren wir fertig, gingen auschecken, ließen das Gepäck und unser grünes Fresssackerl stehen und gingen frühstücken da der Minibus nach Bkk ja erst in 50 Minuten da sein wollte. Zwei Minuten später fuhr besagter Bus aufs Gelände und der gesprächige Fahrer meinte kein Stress aber er führe nur mal gern früher damit er schneller wieder fertig sei. Er trank einen Kaffee mit uns, fragte mich ob ich da nen halben Kilo Gras in meinem Pepe-Tabakbeutel hätte und sah uns zu während wir zum letzten mal unser grausiges American Breakfast Set verspeisten. Die Köllnerin kannte uns schon und ich bekam mein Rührei mit ordentlich Chili.

Koh-Chang5-Netze

Der Bus war noch komplett leer bis auf den tätowierten Haberer vom Fahrer der sichs auf der Rückbank bequem machte. Der Typ hat schon unser Gepäck in den Kofferraum geschmissen und aufs grüne Sackerl vergessen. Wir wählten die Plätze direkt hinter ihm, die mit er Fußablage.

Nach 10Minuten Stop bei White Sand Beach und warten auf die ganzen anderen Trotteln. Ein deutsches Päarchen, noch wer und vier noch immer betrunkene Franzosen die aufs Auschecken vergaßen und ewig brauchten.

Endlich komplett gings im mit 12 Leuten vollbesetzten Minibus zum Pier. Weil die doofen Franzosen so lang gebraucht hatten war genau für unseren Bus kein Platz mehr und wir durften auf die nächste Fähre warten.

Kam zum Glück eh bald, an Deck sitzen und einen letzten Blick auf Koh Chang werfen. Der Käptn wendete extra sodass wir rücklings zur Fahrtrichtung saßen, mit Blick auf die sich immer mehr entfernende Insel.

Nach ner halben Stunde kam der Fahrer, meinte wir sollen wieder einsteigen. Der eine Franzmann zündete sich während alle saßen noch provokant ne Tschick an, der arme Fahrer schüttelte nur den Kopf. Dann runter vom Boot, kurzer Stop wegen irgendnem Zettel und dann gings mit Vollgas Richtung Bangkok. Die anderen schliefen zum Glück, ich hörte Rage against the machine und La Dispute.

Als ne Pinkelpause immer nötiger wurde blieb der Fahrer auf derselben Raststation stehen wie der andre VIP-Bus bei der Hinfahrt. Die Bierpreise stiegen kontinuierlich – 40 am Hafen, 50 an Bord, 60 bei der Raststation. Mango kostete 100 Baht. Am Klo erklärte mir der arme Fahrer dass er heut noch wieder retour nach Koh Chang düsen müsse.

Der Typ hatte nen tollen Trick entwickelt um rote Ampeln zu umfahren: Links abbiegen, wenden, wieder links abbiegen und Vollgas. Wir battelten uns mit nem Mercedes.

Der Verkehr wurde dichter, wir näherten uns wohl einer Großstadt. Mit ner Stunde Verspätung hielten wir an unsrer Khaosan. Vor Freude riss meine Eastpack-Umhängetasche.

Komisches Licht irgendwie, wir waren uns gar nicht sicher ob wir überhaupt richtig marschierten. Dann Wild Orchid. Einchecken. Unser 1100 Baht Zimmer war belegt, drum wurden wir in ne „Suite“ upgegraded.

Häusliches Chaos veranstalten, Paradise Toast futtern und Expedition nach rechts starten. Cocktailbar, buy 2 get 1 free, bedeute daß man drei trinken muß. Ziemlich beduselt von den Gesöffen auf die Kahosan in irgendwelche Klumpert Gschäfteln über irgendeine Abkürzungstreppe die von der Riesenratte Ludmilla bewacht wurde die sich nichtmal die Katzen fressen trauten.

BKK6-Gitterkatze

In der Brick Bar spielten wieder drei Bands, wir verschoben unsren Besuch auf den nächsten Abend. So nen nervigen Frosch für 120 erstanden und damit die Froschladys verwirrt. Red Snapper für 250 Baht gefuttert

Auf dem Heimweg marschierten wir an der Gecko Bar vorbei von dem die Schleicher Lisi so geschwärmt hatte. Das war so circa wie eine 1 Baht Bar, alle waren total fett. Nicht unser Nivea, wir gingen noch zum Schneider und kauften ein schickes Unterleibal für 240 Baht.

Im Wild Orchid noch ein Gute Nacht Chang, dann Heia.

Freitag 8. Jänner 2016

Bangkok – Wild Orchid

Es war voll heiß in der Nacht und ziemlich laut. Um Sieben Uhr morgens brüllte draußen wer „KOH CHANG“. Am Nachbardach lag so ein fliegender LED-Kreisel der wohl nicht mehr ganz den Weg zur Erde fand.

Frühstücken und wir müssen umziehen, in ein billigeres Zimmer welches wir frisch versauen dürfen. Dauert bis mittags bis alles umgesiedelt ist und wir endlich los starten können.

Für 250 Baht gehts mit dem Abenteuer-Tuk-Tuk zum MRT. Shopping Wahnsinn und riesengroße Justin Bieber Plakate am Eingang. Weiter zur Siam Pagoda, dem nächsten Shopping Palast. Dort zum running-sushi Wirten der aber ein running Frischfleisch Wirt war. Am Förderband läuft allerhand rohes Gemüse und Zeugs vorbei, man hat vor sich einen Induktionsherd mit einem Topf Suppe und haut sich alles was einem gefällt in die Suppenschüssel. Getimte 80 Minuten hat man Zeit und der Spaß kostet knappe 400 Baht. Es gab sogar lebende Kakerlaken die am Tisch rumgerannt sind und die aber dann doch keiner in die Suppe haun wollte, nichtmal die schicken Hipster-Thai-Jungs neben uns.

BKK10-Skytrain

Vor dem Siam war ne riesen Angry-Bird-Promobühne mit Fressmarkt.

Weiter zum Central World Shopping Center wo wir die Skybar suchten die mich aber trotz meines obergeilen Touri-Outfits mit Golfhose nicht reinließen, nur in den Schuppen darunter ohne Balkon wo wir nicht hin wollten. Weiter zum C-Supermarkt Shopping Erlebnis wo ich mir fast Schuhe gekauft hätte.

Inzwischen wars schon finster, wir kamen an dem Schrein vorbei wo im Sommer die Bombe explodierte von der jetzt keiner was wissen mag. Mission Skybar stand an und bei jedem Hotel wollten sie uns wieder zum Central World schicken.

Wir stolperten ins St. Regis 5 Sterne Hammerhotel rein wo uns der Concierge auf das herzlichste empfing, sich entschuldigte dass sie keine Skybar hätten dafür eine schicke Terrasse im 12. Stock die wir uns sehr gerne ansehen könnten. Und mein Outift wäre marvelous und mehr als passend.

Oben wars wirklich todschick, eine Jazzband spielte ins Nirvana und es war gerade happy hour! Also 800 Baht für zwei Cocktails und leckere Nüsschen.

Unser letzter Abend in Bangkok, stilecht verbracht. Wir verabschiedeten uns von den netten Leuten, borgten uns noch ein paar Stoffhandtücher vom Klo (in Saunasprache: Oaschdackal), setzten uns in ein Taxi und fuhren für 150 Baht stauend zur Khaosan.

Es war fast 10 am Abend und wir waren hundemüde. Vor der Brick-Bar war ne Schlange. Deshalb gings zu der VW-Bus Bar auf nen grauslichen Kübel Rum-Cola. Noch schnell ein 7Eleven Shirt und die dazupassende Hose erstehen, auf ein letztes Bier ins Wild Orchid. Wir waren traurig und müd.

N erinnerte mich daß ich in den 6 Wochen jetzt ganz aufs Dosenstechen vergessen hätte! Fuck – den eigentlichen Grund der Reise vergessen, das geht ja gar nicht! Unter Protest beim 7Eleven ein Döschen Leo erstanden und im Bad den letzten grünen Kuli in die Dose reingerammt. War sehr lustig! Dann noch etwas Bangkoker Luft am Balkon genießen und ab ins Bett.

 

Um zwei Uhr morgens bezogen Franzosen das Zimmer neben uns.

Samstag 9. Jänner 2016

Bangkok – Dubai – Wien

Angfressen aufstehen nach ein paar Stunden Schlaf. Packen, Körperpflege, runter in die Lobby. Die Rezeptionstante im grauen Kleid fragte wohin es denn als Nächstes gehe… Bei Beispielfotos vom verschneiten, grauen, nasskalten und nebligem Österreich meinte sie „Lovely!“. Die spinnen.

Restaurant hatte noch zu – kein Cafe. Wir hätten sowieso zu wenig Baht sind wir draufgekommen. Und noch ein Rätsel wurde gelöst: Dieser extrem nervige Piano-Loop kommt vom Bankomaten gegenüber!

Der Bus kam auch nicht daher und nach Telefonintervention stand ein Typ vorm Wild Orchid, brüllte Airport und verfrachtete uns in nen Minibus. Der Typ vor uns kam wohl grad vom Fortgehen und schlief ständig an der Schulter seiner unbeteiligten Nachbarin ein.

Aus der Ferne erkannten wir den Flughafentower, es dämmerte langsam. Müde latschten wir zu dem zahnbespangten jungen Mitarbeiter beim Emirates Schalter. Der war total freundlich und meinte nur „Fly tomorrow?“. Oh Gott, nicht schon wieder! Dann stellte sich heraus daß der Flug überbucht war und falls wir morgen flögen böten sie uns an:

  • Hotel
  • Transfer
  • Futter
  • Freiflug Wien – Bangkok und retour, einlösbar innerhalb eines Jahres

Doch die N-Chefin meinte NEIN, und erst als die Info so langsam ins Großhirn durchdrang grinste sie übers ganze Gesicht. Der Mitarbeiter war auch total fröhlich und freute sich mit uns, winkte seine Chefin herbei, behielt unser Gepäck.

Die Chefin führte uns zur Seite, drückte uns zwei Fressbons in die Hand, plauderte über Saigon und meinte es wäre noch nicht sicher und wir sollen um 8.15 wieder bei ihr auftauchen.

Suche nach einem Lokal welches unsre Gutscheine akzeptiert, es gab Kokosnuss für 135 Baht. Um 8.15 warteten dann auch noch 10 andere und als wir aufgerufen wurden wurde uns erklärt wir wären doch auf dem heutigen Flug. Na geeeeh, wir waren traurig. Dafür Priority Lane Ticket bekommen und mit den ganzen Wichtigen flott durchgewunken werden. Die zwei Liter Wasser durften wir trotzdem nicht durchschmuggeln.

Sitzen, warten, genervt sein, außerdem regnets. Im Flieger sitzt eine blonde Engländerin neben uns. Es gibt grausliche Nudeln mit Seafood oder Chicken welches leider schon aus. Da wird der Emirates Scheich wohl wieder ein böses Mail bekommen.

Der Fernseher vom Flugzeugsitz vor uns hat diesen Marsfilm im Programm, außerdem St. Andreas Erdbebebenfilm mit Dwajn The Rock Hudson oder wie der heißt und den schlechtesten Film aller Zeiten: Everest.

Nach 6 Stunden Landung in Dubai, der Österreicheranteil steigt rapide. Rumrennen, bisi Wlan – bisi Ingress, Winston Raucherlounges inspizieren.

Rein in Flieger, auch die Babygitarre hat sich jetzt erfolgreich überall reingeschmuggelt. Voll fad wars, bummvoll, schreiende Kinder, mieser Service, ein Touchscreen der diesen Namen nicht verdient. Wir schlafen unruhig ein und eine gefühlte Ewigkeit setzen wir in Schwechat zur Landung an. Es hat 1 Grad Plus, regnet, kalt.

Der Spar hat noch offen und es gibt Salami-Gouda Semmal mit Gurkal. Die S7 nach Landstraße ist kaputt, auch der ÖBB Mann ist verzweifelt und weiß nicht wo der Schienenersatzbus wegfährt und hat schon seine Frau angerufen daß es später wird, wie er uns freimütig erzählte.

Railjet zum Hauptbahnhof erwischt. Stephansplatz, U3, wieder daheim. Die Wohnung ist kalt und fremd. Zwei fremde Jacken hängen im Wohnzimmer.

ENDE… drei Tage später schon wieder Flüge geguckt weils soooo kalt und schiach ist.

Sätze die wir sonst nicht sprechen:

  • Niki: „50.000 für eine Kokosnuss!“ (Ho Chi Min Stadt)
  • Niki: „Ich bin grad in ein Kakerlakennest getreten“
  • Niki: „Achtung, da liegt ein Fischkopf“
  • Eva: „Ich geh im Kriegsmuseum aufs Klo“
  • Luis: „Schau Schatz, Mirinda!“ (Im Supermarkt, beim Getränkelokal)
  • Nadine: „Da hotts a Nudel gschossn!“ (beim Essen)
  • Niki: „ Da fahrt einer mit ner Telefonzelle spazieren“ (Can Tho)
  • Nadine: „Hahaha, sperrs ei, die oide Hex!“ (Can Tho, Lucky Hotel)
  • Eva: „Da werma aber ordentlich abgstaubt“ (bei Massage)
  • Nicole: „Bewirfst du mich jetzt auch mit Fisch?“ (beim Essen)
  • Nadine: „Lernts ihr des so?“ (über Nicoles komisches Deutsch)
  • Dialog Eva – Nadine frühmorgens in Saigon, Nadine schläft noch, Eva versucht besonders leise zu sein, macht die Tür auf, Türknauf fällt scheppernd runter, Tür ist offen und draußen rennt ne lärmende Großfamilie vorbei, Eva: „Ähhm..“ – „Moch afoch die Tir zua“ – „Aber der Türknauf…“ – „Zuamochn!“
  • Eva: „Ich hätt dem Hund einfach die Ananas aufn Schädel ghaut“ (in Can Tho über ihre Begegnung mit einem Flaffi)
  • Luis: „Aaah, fishbread is for the fish!“ (beim Bäcker in Bangkok)
  • Luis: „I wär fast auf ne plattgewalzte Schildkröte gestiegen“ (Wanderausflug in Koh Chang, die Hauptstraße entlang)
  • Luis: „How much is the fish?“ (Beim Seafood BBQ)

Neue Visa Werbung erfunden: VISA – stecks dir halt wo rein.

Kakaugummi

Geschäftsideen: Kloboot, Pinkelsteuer einführen, Tabakgschäft, Gürtelgschäft,

Gecko Lied

C/a/G/C C/G/G/C

Georg Gecko ist ein lieber Mann

er fängt alle Mücken – was ich nicht kann

er flitz herum, sitzt still in einer Ecke

und wenn ihm Abends kalt ist kriecht er unter deine Decke

Georg hat sehr viele Freund

und alle kommen ihn besuchen heute

der Gregor und die Gisela – alle sind seit Stunden da

und wenn die Sonne untergeht singen sie das Gecko Lied

GECKO! GECKO!

Tobi Tausendfuß hat Angst weil er zum Doktor muß

denn er braucht Orthopädenschuh sonst gibt sein Frauchen keine Ruh

doch soviel Schuchis gibt es nicht, ojemine, sein Herzchen bricht

GECKO! GECKO!

Eigi Eidechsi hat Appetit auf Fischkeksi

er findet nen Burrito doch drauf sitzt ein Moskito

er hat Angst vor Malaria, zum Glück ist Dr. Barni da

GECKO! GECKO!

Kasimir den Käfer nennen alle nur den Schläfer

weil er so gerne schlafen tut und unter deinem Bettchen ruht

doch schnarchen darf er nicht zu laut

Nicole ihn sonst mim Schlapfen haut

GECKO! GECKO!

Carlo Kakerlako trägt heute Nacht ein Sakko

damit nicht alle auf ihn treten tut er sogar beten

Nachts kann er nicht schlafen weil Georg singt das Gecko Lied

GECKO! GECKO!

Unterwegs mit Kommando Elefant – Am Obstwiesenfestival, beim Sportklub, im WUK, auf ner Hochzeit

Die Wiener broken-pop Poeten Kommando Elefant (Homepage) reisen durch die Welt, treffen andere Rockstars und berichten für euch über ihre Erlebnisse on the road. Heute gehts um eine Hochzeit in Ottakring, das Obstwiesenfestival in Ulm, den Wiener Sportklub und das Stöpsel-Kinderfestival im Wiener WUK.

Elefanten bitte kommen!

Alles klar, das ganze Equipment war eh schon im Auto, weil wir zu faul waren alles in die Proberaumhöhle runterzuschleppen. Man denkt ja mit. Erste Station: Jazzpalais Harmers Bar in Ottakring – eine Hochzeit! Da uns unsre Eltern vor dieser wilden Jazzmusik aus Amerika gewarnt hatten, waren wir auf alles gefasst. Da heirateten nämlich die Michis, die sich praktischerweise auf einem Elefantenkonzert kennen- und lieben gelernt haben. Und aus diesem Grund haben sie sich ein Ständchen verdient.

Es gab Oxi-Ochsen zu futtern und alle waren total schick und gestylt. Nach den Reden der Brautväter und allen anderen durften wir dem noch glücklichen Paar musikalisch gratulieren. Die Gäste waren wegen der Schampus-Pyramide bereits so betrunken, dass sie eine Zugabe nach der anderen forderten und deshalb zeigten die Zeiger plötzlich 4 Uhr früh und es war Zeit die Braut zu entführen. Diese weigerte sich aber beharrlich ins Taxi zu steigen, also fuhren wir allein heim.

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Zwei Stunden später läutete bereits wieder der Wecker. Zwei Sonnenbrillen übereinander und auf zum Treffpunkt an der Tanke. Der Präsident von Las Vegas Records, dem an diesem Wochenende offenbar extrem fad war, holte uns ab und kutschierte uns persönlich nach Ulm – zum Obstwiesenfestival!
Dort durften wir schon 2013 lärmen und wir freuten uns schon drauf! Wir stolperten verschlafen und mim Polster im Gesicht, vom Auto auf die Bühne, bauten flott auf, machten ein paar Witze, spielten so gut wie noch nie und dann war schon wieder alles aus. Marcus Wiebusch, der auch an diesem Abend spielte (übrigens sein vorletztes Solokonzert), parkte mit seinem Omnibus am Basketballplatz, es gab Maultaschen und gratis Papers.

Zwei Slots nach uns spielten die vollgasübermotivierten Jungs von Exclusive aus München in schicken Hackler-Unterhemden vom Obi, dafür mit mächtigem Rockstargepose.

Zu unserer weiteren Unterhaltung hatte der Veranstalter ein paar lustige Australier angeheuert, die sich extremstens betranken, ihr Handy mit den 80er-Schnulzen am DJ Platz ansteckten, um anschließend gemeinsam mit den brennenden Heizschwammerln umzufliegen und dann wie so Käfer rücklings am Boden liegen blieben und verwirrt aus der australischen Wäsche starrten. Daraufhin wurden sie in den festivaleigenen Shuttlebus verfrachtet. Auf dem Weg zum Hotel erwachten wieder die Lebensgeister, es wurden nackte down-under Körperteile aus dem Fenster gehalten und vor der völlig entsetzen Rezeptionsdame vom Hotel wurde ein traditioneller Nackt-Ringkampf aufgeführt.

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Dann schafften sie es noch im falschen Zimmer einzuchecken. Und als der andere australische Superstar, der ebenfalls am Obstwiesen spielte, in sein Zimmer wollte, fand er drei nackte, schnarchende Landsleute in seinem Ulmer Bettchen. Sehr schön!

Wir genossen ein Frühstück in der Sonne und da das Hotel verkehrsgünstig an einem Autobahnkreuz lag, waren wir flott wieder auf dem ereignislosen und quälend langen Heimweg.

Unser sadistisch veranlagter Booker gewährte uns ein paar Tage Pause. Dann gings wieder los, das Motto hieß A Labal fürs Leibal, der Wiener Sportklub lud ein. In einer abgesperrten Seitenstraße in Hernals stand eine kleine Bühne, das Mischpult war ein Ei-Pad, dafür gabs Marillen Schnaps und deftiges Futter en masse. Auf den Heurigenbänken saßen desinteressierte Sportklub Ultras, die apathisch aber folgsam applaudierten. Wir waren trotzdem extrem gut und nachdem alles verladen war, ging sich sogar noch ein kurzer Besuch am Nightwalk aus um die Jungs von ::Aexattack:: ein wenig zu ärgern.

Am darauf folgenden Tag des Herren war dann nix mit ausschlafen, um 12 war Antreten im WUK zum Stöpsel Festival 2015. Eine große Kinderparty mit allerhand kindgerechtem Brimborium. Leider hat keiner daran gedacht, dass die lauteste Band der Welt vielleicht nicht gerade die Optimalbesetzung für solch eine Veranstaltung darstellt. Showtime war um fünf, wir flüsterten vor uns hin, die Instrumente zirpten so dezent wie möglich, das Schlagzeug wurde noch nie so zärtlich gestreichelt, die Amps standen beim Voll-Ume Knopf auf 10 anstatt auf 11 wie sonst. Den Kindern war das alles wurscht, sie moshten und grölten als gäbe es kein Morgen. Was für eine Crowd! Um sechs war der ganze Spuk vorbei, und während im Anschluss Skero bei gefühlten 10db seine kindgerechte Gangsta Hip Hop Show abzog, saßen wir im Backstage mit Sir Tralala und kochten Malzkaffee.

So neigte sich auch der schönste Sonntag dem Ende zu. Wir freuen uns schon auf den nächsten Einsatz.

Petrus und die Zwetschgenwespe

Vor langer langer Zeit lebte der kleine Petrus im römischen Rom. Er war ein junger, adretter Bub, jedoch Freunde hatte er deswegen auch keine.

So viele Römer rannten ständig in Rom herum und Petrus war ein wenig neidisch auf ihre schicken Röcke und das sie bereits Cervicia trinken durften. Doch auch unter ihnen fand er keine Spielgefährten.

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Im römischen Waldorf-Kindergarten saß er meistens im Eck und las Fix und Foxi Hefteln oder später Rennbahn Express – so gut er konnte. Er hatte nämlich nur das kleine Latinum und verstand nur die Hälfte.

Niemand wollte mit ihm spielen. Dutzende andere Kinder tollten herum, rollten im Sand ein paar Sesterzen hin und her, oder taten so, als ob sie Gladiatoren wären und im Zirkus von Rom auftraten. Petrus blieb allein. Die anderen verarschten ihn nur wegen seiner orthopädischen Jesus-Patschen, die er tragen musste wegen seiner quadratischen Plattfüße. Deshalb müffelten auch seine Zehen immer ein wenig, obwohl diese Patschen ja an sich einen fulminanten Luftzug garantieren sollten, aber die Petrus interne Müffelmaschinere war massiver als jeder Windstoß.

Petrus Nase war oft verstopft von dem vielen Sand und den ganzen Erbsen, die er sich in die Nase steckte, damit er seine Füße nicht ständig riechen mussten. Aber mit Erbsen in der Nase gehört man auch nicht unbedingt zu den Coolen, schon gar nicht bei den Römern. Da verwendete man Erbsen eigentlich nur, um den römischen Prinzessinnen den Schlaf zu vermiesen oder als Klopapier.

Eines langweilig heißen Nachmittags im römischen Kindergarten saß Petrus unter seinem Lieblingsbaum im Sand. Es war ein Zwetschgenbaum, den er sehr mochte. Vor allem wen die Früchte reif waren, mochte er den Baum ganz besonders. Petrus legte sich dann immer mit geöffnetem Mund unter den Baum und hoffte, dass ihm eine Zwetschge in den Mund plumpste, wie in der Offenbarung Moses vorhergesagt. Doch nichts geschah. Niemals. Keine Zwetschge fiel herab und Petrus wurde sehr traurig. Als er fast zu weinen begann, fiel ihm neben sich etwas auf. Da lag eine Wespe auf dem Rücken. Genau wie er. Und die Wespe hatte ebenfalls ihren Schnabel weit geöffnet. Genau wie er! Denn beide warteten vergeblich auf den großen Zwetschgenregen der auf sie niederprasseln sollte, wie es die Propheten vorher gesagt hatten. Doch der Baum dachte gar nicht daran seine leckeren Früchte zu teilen, verspeiste sie lieber selbst und die beiden neuen Freunde gingen leer aus.

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Petrus und die Zwetschgenwespe wurden daraufhin BFF und verbrachten ab nun fast jeden Tag gemeinsam unter ihrem Lieblingsbaum. Die Wespe hatte eben ihren Praktikumsplatz in der Honigindustrie verloren und ihr war sowieso fad. Da kam ihr ein neuer Freund sehr gerecht, auch wenn er ein wenig müffelte und ihm ständig Erbsen aus der Nase tröpfelten.

Als beide älter wurden, waren sie immer noch unzertrennlich. Gingen ins Kino, standen auf dieselben Mädels, hassten die Römer und ganz besonders die Volksfront von Judäa. Eines Nachmittags hingen sie im Starbucks ab und pöbelten ein paar Touristen um Zigaretten an. Dabei sahen sie, in dem Fernseher der in der Ecke hing und auf dem MTV lief, ein Rapvideo von Vanilla ICE und beschlossen daraufhin eine Gang zu gründen.

Zwetschkenwespe wollte die Gang W.A.S.P. feat. Pimmelprinz Petri nennen aber da hatte Petrus was dagegen, weil das ja voll nach 90iger klingt. Er nannte sich trotzdem ab sofort Petri und wollte die Gang lieber Cornelius nennen. Da hatte die Wespe wiederum was dagegen, weil sie kein Feature im Namen bekam. Sie gerieten zum ersten mal in Streit, schmissen sich Tiernamen um die Ohren und am Ende sagte Petri: Deine Muda fliegt beim Scheißen! Da war die Wespe so gekränkt, dass sie davonflog. Am nächsten Tag war sie tot. „Diskounfall“ stand in den Zeitungen.

Petri war unendlich traurig, als er davon erfuhr. Vor allem da die letzten Worte der beiden Freunde in Streit gewechselt wurden. Um seinen Freund zu Ehren gründete er eine Neonazigang und verbreitete mit ihr Angst und Schrecken. Sie hatten sogar einen eigenen Gruß. Petri Heil! mussten alle brüllen, wenn sie Petri sahen. Seine Gang bestand aus ihm, der Halbschwester seiner Lebens-Wespe, einem kleinen Marokkaner, ein paar Typen von den Fidschis, jüdischen Gebetsbrüdern aus Uruguay, zwei Chinesen und einem Römer, der ständig pupsen musste, und damit die anderen Gangs auf Abstand hielt. Doch irgendwie waren die alle doch ziemlich uncool und Petri nahm einfach solang sein Handy nicht ab, bis die anderen kein Guthaben mehr hatten.

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Die Zeit verging und Jahre später hatte Petri eine neue Mannschaft. Er nannte sich jetzt auch wieder Petrus. Seine neue Gang war viel erfolgreicher als seine schwule Cornelius Partie und gemeinsam eroberten sie die Welt und die Herzen der Gutgläubigen. Auch seine Jesus-Patschen wurden endlich en vogue und weltweit berichteten die Modemagazine über seine stinkenden Schlapfen.

Als Petrus älter wurde und alle tot waren war er wieder einsam und allein. Die paar Freunde von früher waren alle dement oder cruisten mit ihren Rollatoren in der Gegend herum und fuhren den Zenturios über die Zechen. Zwetschgenwespen waren ausgestorben und auf eine neue Gang hatte Petrus keinen Bock wegen den ganzen Formalitäten.

Er begann viel zu reisen und besuchte die Plätze seiner Jugend und seinen alten Zwetschgenbaum, wo er die schönste Zeit seines Lebens verbrachte, gemeinsam mit seiner Zwetschgenwespe. Er errichtete sich und seinem Wespenfreund ein riesengroßes Denkmal aus weißem Marmor, genau an dem Ort, wo sie sich das erste mal trafen. Als er damit fertig war, kam die Sonne raus, es hatte 40 Grad und er begann zu schwitzen. Petrus holte sich ein Twini und ging ins Schwimmbad, Mädels abchecken.